Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 59. Band.1929
Seite: 220
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allererst und vor allem einen Menschen suchen
und finden wollen in dem zunehmenden Bedürfnis
nach dem Wahren statt des Schönen.
Bei Vincent van Gogh ist der Mensch im Künstler
verschmolzen — der Mensch, mit seiner naiven
, aber unerschütterlichen Lebenshaltung,der
Künstler, der in seinem Streben von keinem
Nachgeben, weder der Welt, noch sich selbst
gegenüber, weiß. Jedes ehrgeizige Eifern war
ihm fremd. Er war von gutem Vertrauen, arglos
wie ein Kind, das nur die ideale Seite des
Lebens kennt, und dies bei einer egozentrisch
veranlagten Natur, die ihn unter vielen Umständen
heftig und widerspenstig sein ließ. Wie jeder
genial veranlagte Mensch war er eigenwillig;
er war beseelt von einem Willen, der sich durchsetzen
mußte: es sind dies die von der Natur den
Auserwählten mitgegebenen Eigenschaften,

durch die sie sich zu behaupten vermögen. Eigensinnig
war Vincent aber nicht, noch weniger
selbstgefällig — eher war er bescheiden bis
zur Demut und sehr freigiebig mit seinem Lob
Kunstbrüdern gegenüber.

Die Fruchtbarkeit van Goghs bei der so geringen
Zahl seiner Arbeitsjahre ist phänomenal.
Er ist von einer ununterbrochenen, hastenden
Arbeitsamkeit beseelt, in einem sich immer verschnei
lerndenTempo. Als das Ende sich näherte,
schrieb er: „J'ai unefureur sourde de travail plus
que jamais." Er war schon übei^O Jahre alt, als er
sich seiner Künstlerschaft bewußt wurde und das
Malen als seine Lebensaufgabe auffaßte, aus seinen
Briefen aber geht deutlich hervor, daß die
Veranlagung zur Künstlerschaft ihm eingeboren
war.

Von Jugend aufhat Vincent gezeichnet, nicht

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