Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 59. Band.1929
Seite: 246
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I. GRUNEWALD. KOMPOSITION. KONZERTSAAL, STOCKHOLM

selbst in heißem Kampf um neue Formen rang;
seine Persönlichkeit war so überragend, daß sie
stärker als alle anderen schulbildend wirkte. In
seinem Atelier am Boulevard des Invalides begann
der junge Grünewald, sich mit der neuen
Formenwelt auseinanderzusetzen. Hier fand er
die neuen Farben und das starke lineare Element
, das seine frühen Werke beherrschte. Es
waren konstruierte Kompositionen, die in lebhaften
Kurven eine starke Rhythmik zeigten
und sich mehr in der Fläche als in der Tiefe
auswirkten. Matisse wußte ihm die Bedeutung
der Konturen und die farbigen Gegensätze der

Motive und der Hintergründe zu offenbaren.
Die „Fauves" begannen, als Reaktion gegen den
Impressionismus, ganz besonders das Gedankliche
in der Kunst zu betonen, und Grünewald
wußte dies durch seine eingeborenen Kräfte noch
zu vertiefen. Als Skandinavier und Jude besaß
er die tiefe seelische Komponente, die den typischen
Eigenwert der deutschen und östlichen
Kulturen bildet; seine ausgesprochene kompo-
sitionelle Begabung erleichterte ihm den Weg
zu der neuen Form. Die Farbe war bei ihm ursprünglich
nur eine Ergänzung, die in starken
Kontrasten den seelischen Ausdruck der Linie

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