http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_59_1929/0344
Daneben fällt ein Bild von Pechstein auf mit stillenden
Müttern in schönen, kraftvollen Farben
und von einem prallen, gedrungenen Bau. Von Leo
v. König ein Selbstbildnis mit Modell, das einen
sicheren, festen Griff verrät, und ein junger Neger
bei der Dattelernte, den Charlotte Berend in
Afrika gemalt hat. Ein geisterhafter, unwirklicher
Blick auf Berlin von Wilhelm Kohlhoff und eine
nüchterne märkische Landschaft von Harry
Deierling mit gedämpfter, feuchter Farbigkeit.
Unter den Gästen findet man das Bildnis eines
kleinbürgerlichen Ehepaars von Budolf Schlichter
, ein lebensstarkes, gedrungenes Doppelporträt.
Ein schreibendes junges Mädchen des sehr begabten
Max Kaus und einige italienische Landschaften
von Otto Geigenberger, der bei einer
Kollektivausstellung vor kurzem in Berlin zum
erstenmal als ein beachtenswerter Künstler
hervortrat. Von Oskar Gawell findet man einen
Gebirgspaß und ein Stilleben mit Katzen, von
einem wuchernden, drängenden Leben erfüllt, von
Jacob Steinhard ein Gartenbild aus Bagusa.
Bei den Plastikern tritt der Kölner Hans Wissel
mit einer schreitenden Frauenfigur hervor, Josef
Thorak mit einem Wachstorso, Budolf Großmann
mit einem pointierten kleinen Frauenkopf und
vor allem Joachim Karsch mit der lebensgroßen
Gestalt eines Proletarierjungen. Bruno E. Werner
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