Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 59. Band.1929
Seite: 309
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JOSEF WEISZ. BÜSTE DER GATTIN DES KÜNSTLERS

der nichtswürdig und tötend seine Gewissenlosigkeit
über uns brachte. Nicht daß ich damit
auf ein nur nachzuahmendes Vorbild weisen
möchte, wie erbärmlich wäre dieses Ergebnis,
sondern allein aus der Tatsache, daß wir im
Kampfe gegen den absorbierten Verstand und
der Polemik unserer Zeit ein scharfes Messer
reiner Gesinnung und sauberer Schaffenskraft
brauchen, deute ich auf diesen Anreger größter
Offenheit. Neben dieser lauteren Ethik finden
wir auch darin den handwerklich vorbildlichen
Meister. Was ist denn Stein, Holz und Bronze?

Wie geben wir ihnen den Atem der Oberfläche,
der den Beschauer berücken kann? In der
Frühgotik ist der Stein, der sonst so verschlossene
, geöffnet, das Holz wächst hinaus über die
bange Gebärde des Baums und die Bronze ist
so ehern als nur möglich. W^er kann uns das
in heutiger Zeit noch mit dieser Sicherheit
lehren? Fehlt uns in dieser gegenwärtigen
Übermüdung schon das sichere Verhältnis zum
Material, so leiden wir weit mehr Not noch
an einem starken, großen Erleben, das uns

segne. Josef Weisz

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