http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_59_1929/0434
ERNESTO DE FIORL FRAU TRUDE PABST
Akademie Berlin
Aus dem Bildnis des Marcell von Nemes strömt
eine seltsame Strahlung trotz seiner ein wenig
zerfließenden Zerfahrenheit. Sein Gemälde von
Venedig ist groß gesehen und besitzt eine echte
phantastische Magie. Trotz allem hat man hier
immer noch den Eindruck eines Ubergangs.
Es scheint seit kurzem, als strebe der Künstler
auf ein erahntes Ziel hin. Man hofft, daß dies
seine Erfüllung findet.
Schwierig ist es mit den großen Wandbildern.
Hier langt das Format der Lebenden selten aus,
sie anders als in einem rein dekorativen Sinne
zu füllen. So muß ein Künstler wie Alfred
Partikel, dem es nicht um das Dekorative, sondern
um den lebendigen Gehalt zu tun ist,
scheitern, wenn er sich an so monumentale
Aufgaben wagt. Der Maler Seewald ist ein
wenig starr geworden. Manchen seiner früheren
Aquarelle wird man vor den jetzigen Temperabildern
den Vorzug geben. Die Bäuerin
aus Bandol von Hermann Konnerth sei wiederum
erwähnt. Albert Birkle zeigt ein vorzügliches
Winterbild aus dem Bayerischen Wald,
das die düstere Gebirgsstimmung wiedergibt.
Das ausgezeichnete Porträt des Danziger Senatspräsidenten
Dr. Sahm von Otto Dix war einem
bisher bereits aus Abbildungen bekannt. Bemerkenswert
ist ein großes Blumenbild von
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