http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_59_1929/0448
G.J.ARNOLD. BILDNIS FRIEDERIKE ARNOLD
Ausstellung „100 Jahre Berliner Kuns t", Berlin
linern im allgemeinen nicht zugetraut wird:
hinter jener scharf gesehenen Oberfläche der
Erscheinung ruht eine leise und stille Freude
an der Welt. Ein zartes Empfinden für den Zauber
der Atmosphäre, ein waches Gehör für die
flüsternde Sprache der kleinen Dinge des Lebens,
überall durchdrungen von echtem, unsentimentalem
Gefühl und einem tiefen Behagen, wie
es einem umfriedeten Urbanen Dasein entströmt
.
Von manchen dieser Maler findet man große
Kollektionen. Von Blechen allein 75 Bilder und
Graphiken. In einem Ehrensaal sind die repräsentativsten
Gemälde von Schadow, Schinkel,
Schirmer, Krüger, Menzel und anderen zusammengestellt
. Ein entzückendes, liebevolles Bild
von Hummel zeigt die Schauspielerin Henriette
Sontag vor einem Putzladen an der Schloßfreiheit
. Einer der herrlichsten Künstler von den
bekannteren und doch noch viel zu wenig bekannten
ist Eduard Gärtner. Er hat in der Berliner
Porzellanmanufaktur begonnen, arbeitete
in Paris, später in Moskau und setzt die große
Tradition der Architekturmaler fort. Dazu kommt
bei ihm der warme Hauch eines fast lyrischen
Naturempfindens und der Sinn für den Beiz
der spezifisch-berlinischen Atmosphäre. August
Bentzell zeigt ein kleines Gemälde „Die Post
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