http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_59_1929/0473
FOLKWANG-MUSEUM. BLICK IN DEN OBERLICHTRAUM
Areh. Prof. Edmund Körner, Essen
DAS NEUE FOLKWANG-MUSEUM IN ESSEN
Die Forderung nach dem „lebendigen Museum"
ist heute allgemein. Der Ausdruck „lebendiges
Museum" — schon fast zum Schlagwort geworden
— hat vielfachen Sinn. Er enthält zunächst
die Ablehnung des Bisherigen, des nur
magazinierenden, lediglich historisierenden
Museums. Das „lebendige Museum" von heute
will dagegen Beziehung zur Gegenwart haben,
mit an erster Stelle der Kunst der Lebenden
dienen; es will von der Kunst der Vergangenheit
nur das zur Aufstellung bringen, was uns
heute noch angeht; es will das ausgestellte
Kunstgut nicht als isoliertes, beziehungsloses
Objekt ansehen, sondern aus dem gesamten
Besitz eine künstlerische Einheit schaffen.
Den weitestgehenden Schritt, die neue Museumsidee
in die Tat umzusetzen, hat in jüngster
Zeit die Stadt Essen gewagt, deren „Folk-
wangmuseum" durch und durch Bekenntnis
zur Gegenwart ist.
Der Erbauer des Folkwangmuseums in seiner
jetzigen Form ist Professor Edmund Körner,
die museale Leitung liegt in den Händen von
Ernst Gosebruch. Essen, seit Jahren auch auf
kulturellem Gebiet führend unter den westdeutschen
Großstädten, besaß seit 1910 ein
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