http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_60_1929/0040
ARCH. WILHELM K1ENZLE, ZÜRICH. AVOHN-
UND ESSRAUM EINER ARBEITERWOHNUNG
DIE ZWEITE AUSSTELLUNG „DAS NEUE HEIM" IN ZÜRICH
Im Herbst 1926 zeigte das Züricher Kunstgewerbemuseum
in einer Ausstellung „Das neue
Heim" neue Lösungen für die einfache Mittelstandswohnung
. Der große Erfolg dieser Veranstaltung
, von welcher viele Anregungen ausgingen
, veranlaßte die Museumsleitung, in einer
zweiten Ausstellung die Neugestaltung der Arbeiterwohnung
zu veranschaulichen. Die vorbildliche
Ausstattungsolch er Wohnungen erwies
sich als besonders schwierig, da es an einfachen
und dabei zweckmäßigen, gut durchgebildeten
Möbeln auf dem heutigen Markte fehlt. Durch
einen mit behördlichen Subventionen durchgeführten
Wettbewerb erlangte man eine große
Zahl von Entwürfen. Die Möbel sollten von kleinen
Abmessungen und leicht beweglich sein; auch
sollten sie durch spätere Anschaffungen ergänzt
werden können. Die Entwürfe sollten auf die
industrielle Herstellung billiger Standardformen
angelegt sein.
Schon dieses Programm zeigt, daß man bei der
Beschaffung einfachen Hausrates ganz vom
Kunstgewerblich-Formalen abgerückt ist und
Typisierung im Hinblick auf Serienherstellung
beabsichtigt. Es zeigen sich hier schon die Auswirkungen
des „neuen Bauens", welches beim
einfachen Wohnhause und seiner Ausstattung
die individuellen Formansprüche als unzeitgemäße
Verschwendung betrachtet. Das Preisgericht
stellte das überraschend hohe Niveau der
Entwürfe fest, wenn es auch keine wesentlichen
Neugestaltungen konstatieren konnte.
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