http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_60_1929/0101
FRITZ FUSS, KÖLN. SCHREIBTISCH AUS DEM GEGENÜBER ABGEBILDETEN WOHNRAUM
ARCHITEKT UND INGENIEUR
„Man wird im gleichen Augenblick eine eigene
Architektur schaffen, in dem man sich der
neuen Mitlei bedient, die die neue Industrie
liefert. Die Anwendung des Gußeisens gestattet
und erzwingt viele Neuformen, wie man sie an
Bahnhöfen, Hängebrücken und in den Gewölben
der Wintergärten beobachten kann."
Theophil Gaulier 1850
„Kann man behaupten, daß das Publikum befriedigt
sei, wenn man es täglich klagen hört
und sieht, wie es oftmals die Ingenieure den
Architekten vorzieht? Warum diese Bevorzugung
? Ganz einfach deshalb, weil die Ingenieure
keine erstarrte Stellung einnehmen und
sich damit begnügen, das Programm genau zu
erfüllen (remplir rigoureusement le pro-
gramme), das ihnen gegeben wird, während die
Architekten, allzuoft zugunsten dessen, was sie
schön nennen, die berechtigten Forderungen
und Bedürfnisse der Auftraggeber vergewaltigen
." Anatole de Baudot i864
„Ist es das Schicksal der Architektur, vor der
Ingenieurbaukunst (genie civil) zu weichen?
Wird der Ingenieur eines Tages den Architekten
absorbieren?" Man spricht von der organischen
Kunst der Zukunft und ist sich gleichzeitig
über den Zustand klar, in dem man sich befindet
: „Wozu führt der Eklektizismus? Eine
eklektische Atmosphäre hüllt die moderne Welt
ganz ein, alle Atmungsorgane saugen sie auf,
und vermischt mit unserm Blut, wirkt sie auf
Herz und Hirn." Cesar Daly 1867
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