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WILHELM VON EIFF, STUTTGART. BLUMENSCHALE IN TIEFSCHNITT
Glasausstellung Berlin
„Die neue Küche" Tafelglas und Opakglas dank
seiner hygienischen Eignung mehrfach besondere
Verwendung gefunden.
Das verwandte Opakglas zeigt in großen Tafeln,
die uns als Boden, Wände und Decke entgegentreten
, eine Farbenskala, die onyxgrün, taubenblau
, dunkelblau, perlgrau, rot, dunkelgrün und
andere Farbentöne umfaßt. Dieses Material
empfiehlt sich nicht nur dank seiner hygienischen
Eignung für viele Zwecke, es besitzt auch
bedeutsame ästhetische Vorzüge und erweist
sich im Gebrauch als wirtschaftlich.
In den in die gesamten Räume eingebauten Vitrinen
erblickt man eine bunte Schau verschiedenartigster
Gläser. Besonderes Interesse erwecken
die Erzeugnisse des veredelten Glases,
wie sie aus den Hütten und vom Arbeitstisch
einzelner Glaskünstler ihren Weg in die Welt
nehmen. Von den Erzeugnissen der Josephi-
nenhütte bilden wir hier eine große geschnittene
Schale ab, die das traditionelle Können
dieser ältesten Hütte dokumentiert. Es ist indes
kein Zweifel, daß ausländische Glashütten, wie
etwa Orrefors (Schweden) in der Sicherheit der
Gestaltung mehr noch als deutsche Hütten
Mustergültiges leisten. Man sehe sich daraufhin
nur einmal die Blumenschale mit Teller
an, die hier abgebildet ist und die sowohl in der
Aufteilung der Fläche wie in der Ausgestaltung
im einzelnen ein sicheres künstlerisches
Empfinden beweist.
Die Arbeiten von Professor von EifF (Staatliche
Kunstgewerbeschule, Stuttgart) sind durch den
von ihm besonders gepflegten Tiefschnitt bemerkenswert
. Edgar Benna und Wenzel Benna,
Mitglieder der bekannten schlesischen Glaskünstlerfamilie
, zeigen mit ihren gravierten
Glasarbeiten ein hohes technisches Können,
während die formale Gestaltung manchmal
dahinter zurückbleibt.
Die Arbeitsgemeinschaft hat seit Jahren den
Thüringer Glasbläsern ihre besondere Aufmerksamkeit
und Fürsorge angedeihen lassen.
Pflanzt sich doch seit Generationen dort ein
hohes technisches Können fort, das den Ruhm
der Thüringer Glasbläserkunst über die ganze
Welt getragen hat. Gerade das Ausland, und
insbesondere Amerika, hat freilich auf den Geschmack
bei diesen Erzeugnissen eingewirkt, so
daß heute neben Stücken, die mehr dem Ge-
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