http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_60_1929/0167
RUDOLF BERGFELD. VORGARTEN UND BÜROHAUS R. BERGFELD, BREMEN
NORDDEUTSCHE GARTEN
Jn der geschieh Iiichen Gartenentwicklung löste
eine landschaftliche Gestallung die geometrische
in schroffem Wechsel ah. Mit gleicher Unmittelbarkeit
brachte unser beginnendes Jahrhundert
wieder die Losung vom geraden Weg.
Wenn heute die Bildung des Grundrisses gegenüber
der steifen Uubeholfenheit des Anfangs
schon zu größerer Beweglichkeit gelangt und
die Form tiefere Beziehung zum Sinn der Anlage
ausdrückt, so wird ferner eine symmetrische
oder in das Gleichgewicht aufgelöMe Architektur
noch nicht als ausreichend erkannt, um
den malerischen und das Gemüt anheimelnden
Garten zu schaffen. Erst die Auseinandersetzung
des Architektonischen mit der Naturform im
Garten erweist sich als Weg zu malerischer
Bildwirkung, die als Maßstab des künstlerischen
Werles einer Anlage gelten muß.
Der an einer belebten, städtischen Heerstraße
gelegene Hausgarten (Abb. S. 132) zeigt eine
klare, räumliche Gliederung der Teile, von
Rosen-, Bl umen-und Stauden gä riehen, Hecken-
labyrinlh und Baumgang zum einheitlichen
Bild. Die Hecke bietet ein geeignetes Material
zu strenger Gliederung, welche durch frei entwickeile
Gehöl/.gruppen und Gegenüberstellung
benachbarter Purkgärlen eine sehr wesentliche
Ergänzung erhält. Die Abgeschlossenheit des
Gartens ist soweit durchgeführt, daß man nur
durch das Außengitter der Pforte die Außenwelt
wahrnehmen kann.
Mein Horner Bürogärtchen (Abb.S. 1 29)ist dem
vorhergehenden in mancher Beziehung verwandt
. Der Garten steigt nach hinten zu sanft
an, und für das Haus wählte ich die schlichte
Form, um eine Steigerung durch den Ausklang
im Freien zu schaffen. Die kräftig ausgeprägte
W irkung der Heckenarchitektur ruht zunächst
17
129
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/die_kunst_60_1929/0167