Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 60. Band.1929
Seite: 217
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ELSE JASKOLLA. DETAIL VOM MESSGEWAND

Meisterin in allen möglichen Techniken, gibt
sie zuerst wieder einen großen Begriff von den
Möglichkeiten und der Würde dieser Kunst.
Es ist nicht ohne Grund, daß dieses Wiederaufleben
lange verschollener Künste genau wie
dieWiedergeburt der Glasmalerei, dieser gleichfalls
tief religiösen Kunst, zusammenfällt mit
der religiös-metaphysischen Besinnung der
Zeit. Der bleibende Wert von Else Jaskollas
Arbeiten liegt in der unmittelbaren, instinkthaften
Art, wie sie die eigentümlichen Möglichkeiten
jeder Technik ausschöpft, aus diesen

Möglichkeiten heraus ein künstlerisches Gebilde
schafft, das nichtsdestoweniger, oder vielmehr
gerade deswegen eingeordnet bleibt in das allem
Textilen gemeinsame formale Prinzip weitgehender
Verankerung des unselbständigen
Einzelnen im Ganzen.

Auf dem flächig-linearen, farbig sehr fein abgestimmten
Ensemble des kostbaren Materials
beruht die künstlerische Wirkung solcher Textilien
unbeschadet der geistigen Assoziationen,
die das Dargestellte an sich, das Sujet, zu erregen
Vermag. Hans Kiener

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