Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 60. Band.1929
Seite: 219
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ELSE JASKOLLA, MÜNCHEN. ALTARSPITZE

DIE ARKANISTEN. FORTSETZUNG VON S. 213

In Zvveibrücken war es der Medikus Josef
Michael Stahl, der nach einem unsteten
Wanderleben und einer mehr als zweifelhaften
Vergangenheit 1766 auftauchte. Mit der
diesen Naturen eigenen Findigkeit hatte er
bald die Schwäche des Herzogs erkannt und
sein Vertrauen zu erringen gewußt. Ursprünglich
hatte er den Herzog glauben gemacht
, daß er künstliches Gold herzustellen
vermöge. Aber daneben lenkte er das Interesse
des Herzogs auf die Porzellanfabrikation, die
angeblich jährlich mehrere Hunderttausende
an Reingewinn abwerfen sollte. Tatsächlich
verstand der Medikus Stahl von der Porzellanfabrikation
ebensowenig wie von der Goldgewinnung
. Der Flerzog stellte die Mittel sowohl
für die Einrichtungen eines alchimistischen
Laboratoriums als einer keramischen Werkstatt
zur Verfügung, und Stahl ging eifrig ans
Werk. Aber seine Erfolge wirkten sich lediglich
für seine Tasche aus. Die Tätigkeit dieses
Mannes in Zweibrücken ist eine ununterbrochene
Kette von Betrügereien. Der Herzog
vertraute ihm das gesamte Gold und Silber
seiner Ringe an, um es zu vermehren. Bei
einem mit WoJkenbruch verbundenen Gewitter
wurde es, da es sich gerade in aufgelöstem Zustand
befand, angeblich weggeschwemmt. Stahl
besaß, als er nach Zweibrücken kam, nicht
einen Pfennig, trotzdem verstand er, dem Herzog
klarzumachen, daß er die ganze Porzellanfabrik
aus seiner Tasche errichtet habe, und
der Herzog erstattete ihm die angeblich ausgelegten
Gelder zurück. So konnte er sich bald
einen stattlichen Haushalt leisten und zwei
Hofgüter erwerben. Trotz zahlreicher Klagen
und Verdächtigungen blieb die Gunst des Fürsten
unerschüttert.

Christian verlieh ihm den Titel eines Geheimkammerrats
und machte ihn zum Oberbergrat

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