Augustinermuseum Freiburg i. Br., [ohne Signatur]
Die Kunst: Monatshefte für freie und angewandte Kunst
München, 60. Band.1929
Seite: 243
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PAULA STRAUS, STUTTGART. KAFFEE- UND MILCHKANNE

Ausführung: P. Bruckmann 4 Söhne A.-G., Heilbronn

Fabrik gewann damileine neue Kraft vorderster
Reihe, eine Künstlerin, die in ihrem bisherigen
Arbeiten durchaus den aristokratischen Individualismus
ausschließlicher Handwerkskunst
gepflegt hatte, die aber frei von Enge des Blicks
und jenseits alles Snobismus, im Besitze der
handwerklichen Tradition, den Strömungen der
Zeit und der Anregung aus den neuen, sich
allenthalben durchsetzenden Tendenzen stets
offen gewesen war. Die Künstlerin gewrann zu
dem, was bisher ihr Besitz gewesen war, die
Möglichkeit neuer Entfaltung, insbesondere,
da die Techniken der Fabrikation ihr ja nicht
nur Beschränkung, sondern auch Quell neuer
Aufgaben, neuer Betätigung der Phantasie
auf bisher nicht zugänglichen Gebieten werden
konnten.

Die Abbildungen zeigen, in welchem Maße
sich solche Hoffnungen erfüllt haben. Wo die
Juweliere sich dem Ruf nach Unterordnung
des Ornaments unter die Formidee des Gefäßes
eröffnet haben, da halten sie sich an die Muster

der Paula Straus, um dem einsichtsvolleren
Publikum ihr Bestes vom Neuen nahezubringen.
Die Künstlerin selbst konnte die Tendenz zu
einer gewissen Breite und Fülligkeit der Grundformen
, von der auch die individuelle Gestaltung
ihrer Schmuckstücke stets getragen gewesen
war, in größeren Maßstäben ausleben und
sich eine neue Provinz ihrer Kunst zulegen, zu
deren Besitz sie sich selbst mit Stolz bekennt.
Der kulturpolitische Betrachter solcher Gegenstände
aber darf sich dem schönen Traum von
einem mit der neuen Architektur zusammenklingenden
, gefestigten Zeitstil hingeben.
Was Paula Straus an aristokratischer Linie, an
Feinfühligkeit und Beseeltheit in die Fabrikation
hineingetragen hat, das wurde ihrem gleichberechtigt
weitergepflegten, handwerklichem
Schaffen an individuellem Schmuck vergolten
durch eine Festigung jener Tendenz zum zeitgemäß
Großgesehenen, die in der Entwicklung
ihres persönlichsten Schaffens den freiesten

Schritt nach Vorwärts bedeutet. Eduard Reinacher

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