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EINGANG ZUM HAUS S. 279
Verglasung des Vorplatzes mit Glasbaustein
Kulturen von Herbert Schulz in
Breslau entstammen.
In dem Kampfe um den neuen Stil
in der Baukunst ist diese Veranstaltung
sicherlich von hoher Be-
deutung. Das Grundprinzip hat sich
durchgesetzt, nun kommt es darauf
an, dies Prinzip zu souveräner
Schönheit zu steigern. Die Gefahr
ist hier deutlich: sie liegt in einem
Siege des Maschinenmäßigen. Jene
tote Erstarrung und Gleichmacherei
, die etwa in Amerika jede hervorragende
künstlerische Persönlichkeit
unterdrückt, würde dem
deutschen Wesen das Kostbarste
rauben. Aber glücklicherweise sehen
wir hier in Breslau, wie jeder Architekt
doch wieder den individuellen
Klang sucht, so daß Reichtum
und Wärme nicht verlorengeht.
Paul Häusler etwa in seinem Doppelfamilienhaus
(s. Abb. S. 2y4 und
275) nimmt wieder das Motiv des
bis zur Straße vorspringenden Anfahrtdaches
auf. Die mathematisch
berechnete Form wird überall durchbrochen
oder doch verkleidet von
jener Musik der Verhältnisse, die
nun einmal nicht wegzudenken ist
von echter Kunst.
Rudolf v. Delhis
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