Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., T 7711,d
Ecker, Alexander; Oken, Lorenz [Gefeierte Pers.]
Lorenz Oken: eine biographische Skizze; Gedächtnißrede zu dessen hundertjähriger Geburtstagsfeier; durch erläuternde Zusätze und Mittheilungen aus Oken's Briefwechsel vermehrt; mit dem Portrait Oken's und einem Facsimile der Nr. 195 des 1. Bandes der Isis
Stuttgart
Seite: 43
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/ecker1880a/0050
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Auge gefaßte Hauptgrund der Verſammlungen, die perſönliche Be⸗
kanntſchaft der Gelehrten unter einander, iſt es auch heute noch,
und kaum iſt dieſe Bedeutung ſchöner ausgeſprochen worden als
von Alexander v. Humboldt bei der Eröffnung der Berliner Ver⸗
ſammlung im Jahre 1828: „Was wir erſtreben,“ ſagt er, „iſt die
perſönliche Annäherung derer, welche dasſelbe Feld der Wiſſenſchaft
bearbeiten, die mündliche und darum mehr anregende Auswechſelung
von Ideen, es mögen ſich dieſe als Thatſachen, Meinungen oder
Zweifel darſtellen, die Gründung freundſchaftlicher Verhältniſſe,
welche den Wiſſenſchaften Licht, dem Leben heitere Anmuth, den
Sitten Duldſamkeit und Milde gewähren.“ Den neun erſten Ver⸗
ſammlungen in Leipzig, Halle, Würzburg, Frankfurt, Dresden,
München, Berlin, Heidelberg, Hamburg (1822 — 1830) wohnte
Oken bei, dann erſt wieder der fünfzehnten in Freiburg (1838),
von da an keiner mehr.
Trotz der gleichbleibenden Statuten traten im Inneren im
Laufe der Zeit manche zweckmäßige Veränderungen ein. So konnten
mit der ſteigenden Zahl der Theilnehmer und der mehr und mehr
eintretenden Theilung der Arbeit die allgemeinen Sitzungen nicht
mehr genügen, und es wurden, zum erſtenmale in Berlin 1828,
die Sectionsſitzungen eingeführt, in welchen von da an das wiſſen⸗
ſchaftliche Hauptgewicht ruhte. Damit veränderte ſich natürlich die
Bedeutung der allgemeinen Sitzungen, denen nunmehr die Aufgabe
zufiel, das Band zwiſchen den Fachgelehrten und dem großen Pu⸗
blicum zu knüpfen und die Naturwiſſenſchaften in weitere Kreiſe zu
tragen. Die Zahl dieſer konnte nun füglich von ſechs auf drei
herabgeſetzt werden. ³⁶5
Möge es mir bei dieſem Anlaß noch vergönnt ſein, davor zu
warnen, daß man den entſchiedenen Vortheil der Sectionen durch
zu weit gehende Zerſplitterungen in ſein Gegentheil umkehre. Es
iſt wohl keinem Zweifel unterworfen, daß, je mehr die einzelnen
Zweige der Heilkunde ſich von ihrer gemeinſamen Mutter trennen,
ſie um ſo mehr Gefahr laufen, von der Wiſſenſchaft abgelöst zu
werden und dem Gewerbe anheinzufallen. ⁴⁶6
Welch' glücklicher Gedanke der Oken'ſche Gedanke der deutſchen


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