Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., A 3856
Ettlinger, Emil
Geschichte der Bibliothek von St. Peter im Schwarzwalde unter besonderer Berücksichtigung des Handschriftenbestandes
Karlsruhe, 1900
Seite: 641
(PDF, 7 MB)
Bibliographische Information
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Virtuelle Bibliothek St. Peter im Schwarzwald

  (z. B.: IV, 145, xii)



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Geschichte der Bibliothek von St. Peter.

641

Zeiten voll schwerer Kriegsdrangsale, Säkularisationen
u. a. m., die schliesslich mit der Einverleibung des stiftischen
Gebiets in das Grossherzogtum Baden und der
Aufhebung des Klosters enden. Für die Bibliothek
geschah, wie es scheint, nichts mehr. Ja während der
französischen Okkupation des Breisgaus, 1796, drohen ihr
Verluste. . Im Auftrage der französischen Regierung geht
ein Mainzer Professor Metternich auf die Jagd nach
Kunstschätzen und Büchern 1). Auch St. Peter hat er am
11. Juni 1796 heimgesucht und forderte die Herausgabe
der Vita Raymundi Lulli (s. o.). Er befahl die Handschrift
innerhalb 4 Tagen nach Freiburg zu bringen.
Dies geschah wohl nicht und so blieb sie der deutschen
Wissenschaft erhalten.

1802 kam das Stift in modenesischen, 1805 vorübergehend
in württembergischen Besitz und schliesslich anfangs
1806*) ward es Baden zugesprochen. Bestrebungen, das
Kloster als solches zu erhalten scheiterten; im Oktober
1806 wurde die Auflösung beschlossen. Die Bibliothek,
soweit sie Klostereigentum war, fiel damit an Baden.
Am 25. November8) besichtigte der badische Kommissär
Maler dieselbe, »und fand sie so wohl versehen, dass er
sie der St. Blasischen vorzog. Er sah sich besonders
nach Manuskripten und alten Ausgaben um« und nahm
auch einiges mit. Am 29. Dez.*) kam der Befehl, dass
aus der Bibliothek »alle in dem zurückkommenden Katalog
rot bezeichneten Bücher nach Karlsruhe sollten abgeliefert
werden,« ein Drittel etwa der ganzen Bibliothek. Es
wurden im ganzen 702 Druckwerke5), 148 Pergament- und
46 Papierhandschriften nach Karlsruhe abgeliefert. "Was
nicht dorthin kam, verblieb teilweise in St. Peter und
gehört jetzt der Bibliothek des dortigen Priesterseminars,
teils wurde es der Universitätsbibliothek in Freiburg i. B.6)
überwiesen.

i) Speckle: Mem. S. 35 f. — *) Mayer: St. Peter S. 204 ff. —
s) Speckle a. a. O. S. 273. — «) Speckle a. a. O. S. 282. — *) Die
Handschriften der grossh. bad. Hof- und Landesbibliothek. I S. 24. —
e) S. Allg. Intelligenz- oder Wochenblatt für das Land Breisgau und
die Ortenau Jahrg. 1807 S. 437. Mayer: St. Peter S. 236.


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