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Anmerkungen
Euklid\s Pliaenoinenen.
JLJie Gründe, welche für die Echtheit der Phaeno-
mene sprechen, habe ich in einer Abhandlung über
die Sphärik des Theodosius S. 16 fT. zusammengestellt,
worauf ich verweise, um das schon Gesagte nicht wiederholen
zu müssen.
Die Phaenomene sind schon an und für sich schätz-
bar, haben aber für die Geschichte der Mathematik
besouderu Werth, weil wir aus ihnen allein die ganz
eigenthüinliche Methode kennen lernen, welche Männer
wie Aristoteles, Autolykus und Euklidcs anwandten,
um Sätze aus der sphärischen Astronomie zu beweisen.
Welchen Scharfsinn boten sie zum Beispiel auf, um
die immer wechselnde Neigung' zu bestimmen, welche
die Ekliptik bei der Umdrehung' der Himmelskugel gegen
den Horizont hat I
Wie hoch die Alten das Büchlein hielten, lässt sich
aus dem Umstände ermessen, dass Pappus im 6. Buche
seiner Sammlungen dasselbe erläuterte und ergänzte,
eine Ehre, die nur den Werben, welche damals allgemeine
Geltung erlangt, widerfuhr. Auch andere Mathematiker
^ abeu von diesem oder jenem Satze neue Beweise
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