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die kaiserliche Partei mit der Aechtung Bertholds I.
zwar für erloschen hielt, die aber von der im Kampfe
gegen den Kaiser stehenden Partei niemals aufgegeben
wurden. Warum also erhielt Hermann jene
Belohnung nicht, wenn er der altere Sohn war?
Wir finden die Lösung dieser Frage ganz einfach
in der Annahme, dass, mit Hinterlassung eines im Kin-
desalter stehenden Sohnes, Markgraf Hermann damals
schon heimlich die Seinigen verlassen und sich in das
Asyl von Clugny begeben hatte.
Dass nemlich sein Abschied aus der Welt heimlich
geschah, ist daraus ersichtlich, dass er bis zu seinem
Tode in jenem Kloster unbekannt blieb, dass er aber
schon liingere Zeit in demselben verweilt hatte, möchte
mit Sicherheit aus dem vertrauten Freundesverhällnisse
des vereinsamten Laienbruders mit dem berühmten
Mönche, frühern Domherrn von Regensburg, Odalrich,
geschlossen werden, einem Mann von hoher Abkunft
und Verwandtschaft; ein Freundschaftsverhältniss, welchem
Iezterer durch eine — leider verloren gegangene
— Lebensbeschreibung ein würdiges Denkmal gesezt
hat. 12)
Auch das Zeugniss Berhto'ds von Conslanz ist
nicht zu Ubersehen, dass zu Clugny Markgraf Hermann,
durchaus ein Jüngling, das englische Leben erwählt,
Weib und Kind verlassen und Mönch geworden sei.
G
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