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welchem Herzog- Berhlolds Jahressliflung für seinen
Grossvater erwähnt wird, war Kaiser Heinrich HI-
gestorben.
Alles war ihm nach Wunsch gelungen. Ganz
Deutschland gehorchte, nachdem der Herzog von
Lothringen gedehmüthigt und entsezt war. Franken
war ohne Herzog; in Schwaben Otto von Schweinfurt
, dessen Hausgüter so entlegen waren, dass er
kaum seinHerzoglhum zu sehen versucht war; Kärnten,
Baiern nach des Kaisers Willkür besezt; Gotschalk
von Slavonien, Brzetislaw von Böhmen, Peter von
Ungarn dem deutschen Reiche Iehenpflichlig; vier
Päpste nach einander: Clemens, Damasus, Leo, Victor
durch den Kaiser eingesezt, oder nach dessen Wunsche
erwählt; — was fehlte noch, um der deutschen Kaisermacht
, welche durch die Bemühung um Abschaffung
der Simonie auch die Sympathien der Edelsten aller
Stände gewonnen hatte, den Stempel unwiderstehlicher
Allgewalt aufzudrücken?
Da Hess -die Vorsehimg ein gewaltiges Herz stille
stehen, undjall' die weilaussehenden Entwürfe welche
es bewegt hatte, stürzten in wenigen Jahren zusammen
.
„Eines Schattens Traum ist der Mensch!"
Es folgte eine vormundschaftliche Regierung für
Heinrichs kaum sechsjährigen gleichnamigen Sohn,
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