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geordnet durch Papst Victor II., geleitet von seiner
Mutter Agnes schwachen Iiiinden, einer guten, aber
den Zeitumständen nicht gewachsenen Frau.
Denn bald nach des gewaltigen Heinrichs Tode
kam das Sonderstreben des Fürsten gegen die Kaisergewalt
zur Geltung. Schon dass Agnes dem Bisehofe
Heinrich von Augsburg einem kriegerischen,
stolzen, herrschsüchtigen geistlichen Herrn die erste
Stelle in ihrem Rathe gegönnt hatte, entfremdete ihr
die Gemüther vorzüglich derer, welche gerne an
seiner Stelle gewesen wären9).
In die Reihen der Unzufriedenen wurde Herzog
Berhtold nur zu bald durch die wankehnüthige Gesinnung
des kaiserlichen Hofes gedrängt.
Gegen das Ende des Jahres 1057 war Otto von
Sehweinfurt, der Herzog von Alemannien, gestorben.
Berhtold machte sich sofort auf, um die durch
ing Heinrichs III. bekräftigte Erbfolge geltend
zn machen.
Aber ein Anderer war ihm zuvorgekommen. Der
Graf Rudolph von Rheinfelden hatte sein Auge auf
des Königs Schwester Mahfild geworfen, eine
junge Erbin, welche bei ihres Bruders Tode ihrem
Gatten mit der Hoffnung auf die Kaiserkrone ein
Königreich, Burgund, und Ansprüche auf die bedeu-
dendsten Herzogthümer Deutschlands zu bringen konnte.
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