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dadurch umgangen, dass er die Strafe dem in
Aussicht gestellten Gerichte vorausschickte.
Noch mächtiger wirkte auf sie des Papstes Ansehen.
Dieser hatte im nemlichen Jahre, in welchem
an der Unstrut gekämpft wurde, vergeblich mehrere
Anhänger des Kaisers zur Rechtfertigung nach Rom
vorgefordert, weil sie dem Verbote der Investitur
sich widersezten, er hatte die Herzoge Rudolph und
Berhtold insbesondere ermahnt, mit ihnen keine Gemeinschaft
zu haben, er hatte jede Investitur der
Geistlichen durch weltliche Hand untersagt, er hatte
dem Könige befohlen, seine gebannte Räthe zu entlassen
, er hatte endlich durch eine Gesandtschaft zu
Anfang des Jahres Heinrich zur Rechtfertigung nach
Rom vorfordern lassen. Dieser aber, stolz auf seinen
Sieg über die Sachsen, berief sofort eine Versammlung
deutscher Bischöfe nach Worms, wo dem Papste
den 24. Jänner der Gehorsam aufgekündet wurde.
Auf diesen Vorgang antwortete Gregor damit,
dass er den König von der Kirchengemeinschaffc aus-
schloss und des Thrones entsezte.
Mit den Fürsten hatte er sich, wie gezeigt wurde,
schon früher durch Schreiben, durch die er sie im
Gehorsam gegen den päpstlichen StuI zu befestigen
suchte, in Verbindung gesczt.
So hatten denn die nach Unabhängigkeit, wenig-
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