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laͤßiget; weil ſie fuͤrchten, ſie moͤchten zu katholiſch ausſehen. Ich
will es nur kurz ſagen, ſie ſchaͤmen ſich ihrer Pflichten.
Allein Granciſcus hatte hoͤhere Schaͤtzung fuͤr ſelbe: er
glaubete ſo gar, nicht wider ſein Anſehen zu ſeyn, wenn er ſich
den Ordensgeiſtlichen zugeſellete, und mit ihnen, wie ein neuer
David, die Pſalmen ſang: denn er dachte ſo bey ſich; was GOtt
Ehre bringet, kann mir nicht zur Schande werden. Gewißlich,
waͤre es bey ihm geſtanden, ſo waͤre die Ehre GOttes in allen
Herzen eingedrucket worden. Wie bekraͤnket war nicht jedesmal
ſein Geiſt, wenn er Menſchen ſah, die nach heutiger Weltart von
dieſer Sache ganz leichtſinnig denken; welche von ihrer Freygei⸗
ſterey ſo weit verleitet werden, daß ſie mehr Achtung geben auf
die Geſchoͤpfe, als den Schoͤpfer? Nein; ſagte er ganz nachdruͤck⸗
lich: dergleichen Leute kann ich weder verſtehen, noch ertragen.
Wie beſchaͤmete er nicht dieſe in ihrer Einbildung ſo großen,
in ſeinen Augen aber ſo niedertraͤchtigen Geiſter, da er jaͤhrlich
in Beyſeyn des ganzen Hofes, unter dem Zulauf des ganzen
Volkes, ſeine tiefeſte Ehrbezeigung oͤffentlich dem dreyeinigen
GOTT abſtattete, welchem die oͤſterreichiſche Gottſeligkeit eine
herrliche Saule, als ein Denkmaal der Andacht, und Bekennt⸗
niß unſres heiligen Glaubens, auf freyem Platze geſtiftet hat!
Ich muß es bekennen, wenn ich ſeine Andacht, Auferbaͤulichkeit,
und Ehrfurcht betrachte, ſo empfinde ich eine groͤßere Luſt, als
wenn ich mir die alten Kaiſer vorſtelle, wie ſie zu Rom einzie⸗
hen; die uͤberwundenen Koͤnige an goͤldenen Ketten fuͤhren; die
beſtrittenen Laͤnder auf Silber vor ſich tragen laſſen; mit unbe⸗
ſchreiblichem Pracht und Herrlichkeit, unter tauſend Gluͤckwuͤnſch⸗
ungen das Capitolium beſteigen, wo ihnen zu einer faſt goͤtt⸗
lichen Ehre weiter nichts abgehet, als Opfer und Weihrauch.
Granciſcus ſtellte jedesmal ein ſolches Schauſpiel der Gottes⸗
furcht
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