Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 2061
Friedl, Franz Xaver; Kaiser Franz I. [Gefeierte Pers.]
Trauerrede auf Franciscus den ersten, Römischen Kaiser ... als Sr. höchstseligen Majestät Leichbesingniß in der Münsterkirche zu Freyburg im Breyßgau ... den 25, 26, ¬nud¬ [und] 27ten Herbstmonats 1765 gehalten wurde
Freiburg im Breisgau, 1765
Seite: 13
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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ſeine Meynung fahren; wie bald ſein Unternehmen liegen? im
Widerſpiele wie behend gieng er auch zu Werke, wenn er hoͤrete,
daß es eine Gewiſſensſache ſey. O nein: antwortete jederzeit
der gewiſſenhafte Kaiſer: behuͤte GOtt, daß ich mein Gewiſſen
beſchweren moͤchte!
Ja die Zaͤrtlichkeit ſeines Gewiſſens kam ſo gar bis zur Be⸗
aͤngſtigung, die man nur bey den vollkommenſten Menſchen an⸗
trifft. Er fuͤrchtete ſich Suͤnden, wenn er dem Faſtengebothe
der heil. Kirche zuwider thun ſollte, ungeachtet er einen natuͤrli⸗
chen Eckel an allen Faſtenſpeiſen fand. Man machete ihm alle
Vorſtellungen, andere und kraͤftigere Nahrungen fuͤr die noth⸗
wendige Unterhaltung ſeiner Geſundheit zu nehmen: man redete
ihm von Vermilderung des Kirchengeſetzes: man brachte ihm et⸗
wann auch die Beyſpiele anderer vor, die ſich mit weniger Be⸗
ſchwerniſſe doch nicht auf die ganze Strenge der Faſten verſtuͤn⸗
den. Allein alle Vorwaͤnde galten nichts; nach einer genauen
Mittagstafel war Brod und Waſſer das ganze Abendmahl. So
ferne war es, daß er an eine Milderung des Geſetzes daͤchte,
daß er nicht einmal in der zulaͤßigen Erquickung das Maas uͤber⸗
ſchritte. Seine hierinn erzeigte Genauigkeit war eine Beſtrafung
der ſinnlichen Welt, welche ſo leicht, und ohne rechtmaͤßige Ur⸗
ſach ſich von Beobachtung dieſes Geſetzes zu entſchuldigen pflegt.

Bekennet es aber jetzt; wurde nicht in Granciſeus erfuͤllet,
was das große Kirchenlicht Auguſtinus von einem guten, und
gottesfuͤrchtigen Fuͤrſten ſpricht? Wenn das Herz der Koͤnige,
ſind ſeine Worte: in ihrem eigenen Gewalt iſt, ſo ſchworet
alles zuſammen, daſſelbe zu verkehren: von ihrem Glanze
laſſen ſie ſich verblenden; von ihrer Macht auf Abwege
verfuhren, von ihren Lüͤſten und dem eiteln Weltgepraͤn⸗
ge zu Grund richten. Wenn hingegen das Herz der Ko⸗
D nige


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