http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0013
Vorbericht des Ueberſetzers.
Das ganze Werk iſt fuͤr Gelehrte geſchrieben,
und ſo iſt auch die Schreibart eingerichtet. Sie iſt
deutlich ohne Schwulſt, und tiefſinnig ohne Dunkelheit.
Beſtaͤndig wird der Leſer mit wichtigen und zugleich
angenehmen Sachen unterhalten. Ueberall zeiget ſich
eine groſſe Beleſenheit, welche mit einer reifen Urtheils⸗
Kraft verbunden iſt.
Ich habe mich bemuͤhet, den Sinn des hohen
Herrn Verfaſſers ſo genau auszudruͤcken, als es mir
moͤglich geweſen, und bey der Ueberſetzung denen Wor⸗
ten der Urſchrift ſo weit zu folgen, als es die Verſchie⸗
denheit beeder Sprachen erlaubet. Ich erkenne es auch
mit der ſchuldigſten Dankesergebenheit, daß mir in
manchen ſchweren Stellen zurechte geholfen worden.
Da es in der lateiniſchen Sprache etwas gewoͤhnliches
und zierliches iſt, laͤngere Perioden zu ſetzen, ſo verlieret
ſich gleichwolen dieſe Schoͤnheit in unſerer deutſchen
Sprache. Je kuͤrzer dieſelben ſind, deſto reizender
ſcheinen ſie bey uns zu ſeyn. In dieſer Abſicht habe
ich manchmalen einen lateiniſchen Perioden in zwey
und drey abgetheilet, wenn dem Verſtand und Zuſam⸗
menhang deſſelben kein Abbruch geſchehen. So wie
ich auch durch das ganze Werk immerzu Abſaͤtze ge⸗
machet, wenn ich gefunden, daß der Vortrag der
Sachen ſolches fuͤglich verſtattet. Inn⸗ und Stein⸗
ſchriften koͤnnen nicht wohl deutſch gegeben werden.
Deswegen habe ich ſolche angeſetzet, wie ſie urſpruͤng⸗
lich verfertiget fſind. Hingegen lateiniſche Verſe koͤn⸗
nen in deutſche verwandelt werden, daß letztere, wo
nicht alle Worte, doch wenigſtens den Verſtand ſo
ziemlich ausdruͤcken.
Ich
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