http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0017
in der Schweitz. 2
maligen Burgundien, jenſeits des Berges Jura, oder dem
kleinern, gehoͤret hat. Wir handeln hier von dem Namen
und dem Zuſtand Alemanniens, ſo wie die chriſtliche Re⸗
ligion in den mitlern Zeiten darinnen gebluͤhet, und wie ſol⸗
ches fuͤr eine beſondere Alemanniſche Provinz von Germa⸗
nien iſt angeſehen worden; nicht, wie heutiges Tages von
den Franzoſen durch deſſen Namen ganz Germanien oder
Teutſchland verſtanden wird. Ein Ungenannter bey dem
Urſtiſius im 2. Theil S. 84. ſpricht: Einige meynen,
das ganze teutoniſche Land habe Alemannien ge⸗
heiſſen, und pflegen dahero alle Teutonier Ale⸗
mannen zu nennen. Alleine nur diejenige Land⸗
ſchaft, das iſt Schwaben, wird von dem Fluß
Limmat oder Leman. Alemannia genennet, und
nur allein die Voͤlcker, welche ſolche bewohnen,
heiſſen Alemannen.
Otto von Freyſingen in dem 1. Buch von den Tha⸗
ten des Kayſers Friedrichs im 8. Cap. ſagt ebenfalls, daß
Alemannien von dem Fluß Leman, (der jetzo Limmat oder
Lindmat heiſſet,) ſeinen Namen bekommen. Ein gleiches
behauptet Aeneas Sylvius in der Beſchreibung Teutſch⸗
landes im 2. Cap. und ſpricht folgendermaſſen: Es iſt ein
Fluß in Helvetien, welchen man Limatus oder
Limagus, Limaga, Lindemagus, Limacus nen⸗
net, dieſer flieſſet aus dem Zuͤrcherſee erſtlich durch
die Stadt Zuͤrch, hernach aber durch das Zuͤr⸗
cher⸗Gebiet. Wir bekuͤmmern uns nicht um diejenigen,
welche hier den Genferſee verſtehen, da alle, ſo viel hievon
den Namen Alemanniens, wiewohl faͤlſchlich, herleiten,
einen Fluß angeben, ſo wie ſchon im fuͤnften Jahrhundert
Servius Sonoratus in ſeinen Anmerckungen zu des Vir⸗
gilius Buͤchern vom Ackerbau, und im ſiebenten Jahrhun⸗
dert Iſidorus von Hiſpalis im 9. Buche ſeiner Urſpruͤnge
gethan. Diejenigen, welche dieſes nicht in Acht genom⸗
men, haben die Graͤntzen des alten Alemaniens allzuſehr
erweitert. Dahero hat der P. Marquard Herrgott in
2 er.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0017