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8 Die Graͤntzen von Alemannien
ſo, wie ſolches in der mittlern Zeit das uͤber den Jura lie⸗
gende Burgund zum Graͤnzſtein gehabt. Es bringet be—
lobter Herrgott ein Denckmahl Lupolds, Herzogs von
Oeſterreich vom Jahr 1875. vor, aus welchem bewieſen
wird, daß noch zu Ausgang des vierzehenden Jahrhunderts
der Argaͤu von Schwaben unterſchieden geweſen. Obwoh⸗
len damals noch der Name Helvetien verſchlungen war,
und die Herrſchaft von Alemannien ſowohl diß⸗als jen⸗
ſeit des Rheins mit der Burgundiſchen uͤber dem Jura ver⸗
einiget, und nur unter den Land⸗ oder Grafſchaften der Un⸗
terſchied des Namens annoch uͤbrig geblieben war.
Der Fluß Limmat ſondert das Ergaͤu von dem Thur⸗
gaͤu ab, welches beſtaͤndig zu Alemannien, das naͤher an
dem Rhein liegt, gerechnet wird, gleichwie auch der Zuͤrch⸗
gaͤu und folglich die Grafſchaft Baden nach der Meynung
des Goldaſts, Bebels, Gaſſers, Stumpfens und
anderer, aus den aͤltern auch des Walafried Strabo von
der Graͤnze Alemanniens, welche Graͤntz⸗Nachbarn der
Burgundier geweſen.
Es irret aber Walafried mit andern ſo wohl aͤltern,
nemlich Ekkeharden, Heppidanus und Notkern, als
einigen neuern, indeme er die Sone mit der Aar verwech⸗
ſelt, wie auch neulich der Abt Calmet in ſeiner Reiſe durch
die Schweitz gethan, deſſen Theil ſie anſpuͤlet, und den Lim⸗
mat mit ſich in den Rhein fuͤhret, welcher erſtere Fluß die
Graͤntzſcheidung des Argaͤues iſt, ſo zu Burgund, der Thuͤr⸗
gau aber zu Alemannien in der mittlern Zeit iſt gerech⸗
net worden, wenigſtens mit einem Theil des Zuͤrchgaͤues.
Ohnerachtet vorhero dieſe Gaͤue unter den Roͤmern geſtan⸗
den, und mit einem Theil von Rhaͤtien zu Helvetien gehoͤ—
ret, mit dem ſich mittagwaͤrts Alemanniag vereiniget,
gleichwie abendwaͤrts Burgund, gegen Mitternacht Thuͤ⸗
ringen und Francken, gegen Morgen Bayern. Auf faſt
gleiche Weiſe hat ſchon in der Mitten des ten Jahrhunderts
Jornandes von Gothiſchen Sachen im 55. Cap. geſchrie⸗
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