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in der Schweitz. 9
ben: Diejenige Landſchaft der Schwaben hat ge⸗
gen Morgen zu Nachbarn die Bayern, gegen
Abend die Francken, gegen Mittag die Burgun⸗
dier, gegen Mitternacht die Thuͤringer.
Hieraus erhellet nun, daß, da ich meine Alemanni⸗
ſche Reiſe hauptſaͤchlich darum anſtellete, um Sammlun⸗
gen zur Beſchreibung des Alemanniſchen Gottesdienſtes aus
den Denckmahlen der mittlern Zeit zu machen, ich mich
nicht ſo genau in den Graͤnzen Alemanniens halten konn⸗
te, ſo wie heutiges Tages Schwaben, oder vor Alters un⸗
ter der roͤmiſchen Republic (nachdeme Valentinianus I.
die Burgundier eingeladen, mit vereinigter Macht die an⸗
wachſende Gewalt der Alemannier zu ſchwaͤchen) den Rhein
zur Graͤnzſcheidung hat, ſondern wie ſolches in der mittlern
Zeit ſich uͤber den Rhein hinuͤber in einen betraͤchtlichen
Theil von Helvetien erſtreckte.
Unterdeſſen, da ich dieſes geſchrieben, kam mir des
beruͤhmten Daniel Schoͤpflins erlaͤutertes Elſas, ein
Werck von vieler Gelehrſamkeit, zu Geſichte. Ich ver⸗
gnuͤgte mich ſehr, daß ich dasjenige darinnen fande, was
ich vorhero ſchon muthmaſſete. Es bezeuget Hierony⸗
mus in ſeiner Chronick, daß die Burgundier denjenigen
Theil von Gallien, der ſich gegen den Rhein hinſtrecket, in⸗
nen gehabt haͤtten. Tiro Proſper ſagt mit den nemli⸗
chen Worten eben daſſelbe. Und Caſſiodorus ſpricht, ſie
haͤtten den Theil bewohnet, der mit dem Rhein verbunden
ſeye. Schoͤpflin nahm erſtlich die eingefuͤhrte Meynung
von den Alemannen und Helvetiſchen Burgundiern an,
da er von den Kaurackern handelt, und erklaͤrte dieſen
angenommenen Satz mit denen Stellen des Hieronymus,
Proſpers und Caſſiodorus.
Nachgehends aber, da er die Sache gruͤndlich un⸗
terſuchte, aͤnderte er ſeine Meynung*). Ich will mit
A 3 ſei⸗
*) In dem I. Tom. det Erlaͤut. Elſas S. 262.
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