http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0025
Zurzach. 11
Zunft, wie es eine alte Innſchrift eines Grabſteines, der
in die Mauer der Stiftskirche eingemachet iſt, ausweiſet,
und von dieſem ſoll es anfaͤnglich Certiacum, hernach Zer⸗
chach, Zurchach genennet worden ſeyn. Wir wollen hier
dieſe Innſchrift, ſo wie ſie auch bey dem Muratorius *)
geleſen wird, beyſetzen.
M. IVNIO. M. F. VOLT. CERTO.
DOMO. VIEN. VETERAN.
MIL. LEG. XIII. GEMINAE.
CERTVS ET AMINANTHVS.
PII. HAEREDES. FECER.
Andere wollen es lieber von dem Celtiſchen herleiten, wie es
auch einige giebt, welche nicht ohne Grund muthmaſſen, es
ſeye Zuͤrich von Jur, Ach, nemlich einem Felſen an den
Waſſern (ſo wie es von vielen bemerckt worden, daß Ty⸗
rus von dem hebraͤiſchen Jor, ein Felß, den Namen ha⸗
be) oder hier in der Celtiſchen oder teutſchen Sprache einer
Stadt, die am Waſſer lieget, alſo ſeye benamſet worden.
Dem P. Ruſtenus Heer, meinem Ordens⸗Bruder, wel⸗
cher nicht weit von da, nemlich zu Clingnau gebohren, iſt
es eingefallen, der Name moͤchte von Surb und Ach ent⸗
ſtanden ſeyn, indeme der erſte Buchſtab in Z veraͤndert wor⸗
den, welches wenigſtens nicht ohne Beyſpiele iſt. Surb
iſt ein Bach, welcher das Zuͤrchgaͤu faſt mitten von einan⸗
der theilet, und ſich in dem Dorf Detingen oberhalb Cling⸗
nau in die Aar ſtuͤrtzet. Von dieſem muthmaſſet er, daß
nicht nur Zurzach, ſondern auch ſelbſt der Gaͤu, ZJuͤrch⸗
gaͤu genannt, den Namen bekommen habe. Gleichwie von
dem Fluß oder Bach Thur, der Thurgaͤu, von der Aar
der Argaͤu oder Ergaͤu, und viele Gaͤue in Teutſchland,
deren Namen die Gelehrten von denen Staͤdten und Doͤr⸗
fern
*) im IVten Theil der Innſchriften im Anhang nach der Vorrede:
„S. 6. n. 9.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0025