Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 13
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0027
Zurzach. 13

zu leſen iſt. Man ſiehet noch die Grundſtuͤcke von zweyen
Bruͤcken an dem Ufer des Rheins, und erſt neulich wurde
ein eiſernes laͤnglichtes und unten geſpitztes Inſtrument aus
der Erde gegraben, welches denen nicht unaͤhnlich iſt, die
man dermalen gebraucht, den Grund der Bruͤcken feſt zu
machen. Alleine es iſt wahrſcheinlicher, daß ſothane Mau⸗
erſtuͤcke von der nachgefolgten Zeit her ſind, in welcher, nach
dem Abgang des roͤmiſchen Reiches, beede Ufer des Rheins
denen Francken, und ferner dem Durchlauchtigen Geſchlech⸗
te von Habsſpurg offen und zu ihren Befehlen geſtanden.
Stumpfius behauptet, das alte Schloß ſeye noch ein Werck
der Roͤmer, und tritt denjenigen bey, welche meynen, daß
allhier der Marckt des Tiberius vor die Soldaten geſtan⸗
den, welche Tiberius und Druſus gegen die Rhaͤtier und
Vindelicier noch zu Lebzeiten des Auguſtus ſeines Stiefva⸗
ters, angefuͤhret. Und an hieſigen Orten ſeye der Pro⸗
viant um das taͤgliche Geld verkauft worden, und daher ſollen
auch die Wuͤrfel kommen, welche hier nicht ſelten ausgegra⸗
ben werden. Tacitus gedencket in dem 4. Buch ſeiner
Hiſtorie c. &r. und 70. eines Marktes des Tiberius, wer⸗
chen Ptolemaͤus in der dritten Land⸗Charte von Europa
ſetzet, alleine dieſer Ort, der ſo verſchiedentlich geſetzet wird,
kan nicht ſo leicht beſtimmet werden. Joſias Simler*)
ſagt: Die meiſten glauben, dieſes ſeye der Markt
des Tiberius, deſſen Ptolomaͤus gedencket. und
eswe⸗

vauch geweſen ſeyn, wie ſie gewollt, von einer verfallenen Burg,
vaufgewandt haben. Unterdeſſen hat man kein Bedencken getragen,
vim lateiniſchen Zurzach den Namen von dieſem Soldaten beyzule⸗
v»vgen.?* Hiezu kommt noch dieſes, daß dieſe Benennung Certia⸗
cum, weder in den alten Denckmaͤlern, noch in den offenen Brie⸗
fen der mittlern Zeit irgendwo vorkommt. Vielmehr hat Guili⸗
mann aus einem alten Maͤrtyrer⸗Regiſter den Beweiß gegeben,
daß dieſer Ort vor Zeiten Aquæ duræ genennet worden, von der
Schweitz. Kep. I. Buch c. 4. welches ſelbſt Guilimann ſehr wohl
erklaͤret durch Dsurach, Zurzach.

*) Von der Schweitzer Republ. 2. Buch.


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