Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 23
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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Windiſch. 23

fallen, oder erblich worden. Dieſes kame erſt nachmals
und allgemach auf, da das Fraͤnckiſche und Teutſche Reich
empor ſtieg, und der Gebrauch iſt erſt von juͤngerer Zeit,
daß die Grafen von den Schloͤſſern den Namen angenom⸗
men, naͤmlich ohngefaͤhr vom zwoͤlften oder dreyzehenten
Jahrhundert, wie der P. Herrgott beobachtet, und den
Stifter des Schloſſes Habsburg aus dem Stiftungsbrief
des Kloſters Muri, welcher im Jahr 1027. ausgefertiget
worden, und aus dem Verfaſſer ſelbſtden Wernherus,
Biſchofen zu Straßburg namhaft machet: Wie ich Wern⸗
her, Biſchof zu Straßburg, und des Schloſſes,
welches Habesbur genennet wird, Stifter ꝛc.
In denen alten Schriften wird dieſer Name verſchiedent⸗
lich gefunden, als Habesbur, Habesburc. Habeches⸗
burc, und zerſchiedene haben allerhand Abſtammungen
und Urſpruͤnge dieſes Namens ausgedacht, welche in einem
beſondern Capitel VI Buch J. von der Dipl. Geneal. er⸗
zehlet werden. Ueberdieſes wird auch eine natuͤrliche Ab⸗
bildung dieſes urſpruͤnglichen Schloſſes Habsburg, wie es
gegen die vier Welt⸗Gegenden ausſiehet, und gegenwaͤrtig
in dem Aargaͤu ſtehet, in eben ſo viel ſehr genau geſtoche⸗
nen Kupfertafeln, den Augen des Leſers vorgeſtellet.

Es giebt noch ein anderes Schloß dieſes Namens an
dem Lucerner⸗See, welches neuer als das vorige iſt. Ja

es werden noch mehrere im Breißgau und in Lothringen er⸗
dichtet. Allein das erſte und urſpruͤngliche liegt im Aar⸗
gaͤu, nunmehro halb eingefallen auf einem Berge, wohin⸗
auf allenthalben ein beſchwerlicher Zugang iſt, es liegt eine
Stunde weit von dem Staͤdtlein Brutg, welches ſeinen
deutlichen Namen von unſerm teutſchen Wort Bruͤcke her⸗
fuͤhret, als welche Bruͤcke von der Roͤmer Zeiten her da—
ſelbſt ſolle geſtanden ſeyn, wie auch einen Thurm bey dem
Eingang der Stadt, dem Thor des alten Windiſch. In
der Mitte dieſer Stadt zwiſchen der Aar und der Ruͤß liegt
auf einem erhabenen Ort das Kloſter Roͤnigsfeld, wel⸗

B 4 ches


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