http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0040
26 Baden.
und von dem warmen Bad ſehr beruͤhmt iſt, von welchem
ſchon Tacitus *) Meldung thut, Er ſagt, ſie ſeye als eine
Municipalſtadt aufgebauet worden, und werde wegen des
lieblichen Gebrauches ihrer geſunden und heilſamen Waͤſſer
ſtark beſuchet. Dieſer Ort wird in der Roͤmiſchen Spra⸗
che ad aquas Helveticas, thermæ Helveticæ, Ther-
mopolis, caſtellum ſeu vicus thermarum genennet.
Ob man aber gleich dieſes aus belobtem Tacitus nicht ſo
deutlich ſchlieſſen kann; ſo glaubt man doch ſehr wahrſchein⸗
lich, dieſes ſeye das Schloß, welches die Roͤmer zur Be⸗
ſchirmung deſſelben Ortes beveſtiget haben, weilen die Ber⸗
ge, die daſelbſt zuſammen ſtoſſen, die Landſchaft faſt in
einem Winckel ſchlieſſen. Nicht weit in denen Angraͤnzen
der Grafſchaft Baden, welche nebſt andern in der mittlern
Zeit, wie bey dem P. Herrgott zu ſehen, im Flor geſtan⸗
den, iſt im Jahr 15 34. eine Saͤule ausgegraben, und in das
Schloß zu Baden verſezt worden, mit einer Ueberſchrift des
Kaiſers Trajanus. Dieſe Saͤule war ein Wegweiſer, wo⸗
ſelbſt der Weg aus Welſchland durch die Graubuͤndner⸗Al⸗
pen, Chur, Bregentz, Arbona oder Arben, Fleck und Win⸗
terthur, nach dem Reiſebuch des Antonins, zu den Raur⸗
ackern, durch die mitten im Land liegende Orte der Schweiz
uͤber den Rhein, als die Graͤnzſcheide des Roͤmiſchen Rei⸗
ches, gieng. Auf dieſer Saͤule wird ein Weg von 1085.
Schritten angezeiget.
IMP. CÆSARI.
DIVI: NERVXF.ð
NERVÆ TRAIA.
NO. AVG. GERM.
PONT. MAX. TRIB.
POT. COS. II. P. P. DEF.
III. M. P. LXXXV.
Der
*) In ſeiner Hiſtor. B. I. c. 67.
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0040