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Zuͤrch. 47
Dinge muthmaſſen. Ich vermuthe, es ſeye ei⸗
ne Art eines Zinckens, doch behaupte ich dieſes
nicht: denn es ſind ungewiſſe Dinge, welche nach
vergrabenen Kuͤnſten in jenen Zeiten der Unwiſſen⸗
heit, worinnen Dunckelheit und lautere Barba⸗
rey von dem Moͤnchsorden eingefuͤhret gemachet
und erfunden worden ſind, und ir nach Baue⸗
rey ſchmecken, und woran man nicht einen Gran
des geſunden Verſtandes wahrnimmt. Denn ſo
viel ich Ueberbleibſel der Gothiſchen Zeit noch geſe⸗
hen, ſo viele Denckmaͤhle der Ungeſchicklichkeit
und Barbarey habe ich erblicket. Ein anderer, wie⸗
wohl aus eben dieſer Schule, welcher uͤber dieſen Zincken
eine Erklaͤrung gegeben, bezeiget ſich billiger. Er ſagt:
Mir aber entſtehet kein Zweifel, es wuͤrde, ich will
nicht ſagen, alles, ſondern das meiſte aus ſeiner
dicken Finſterniß heraus gezogen worden ſeyn,
woferne nicht die meiſten mit denen Vorurtheilen
bezaubert waͤren, von welchen ſie geleitet wer⸗
den, wie ein Stuͤck Holz, ſo nur durch fremde
Kraͤften beweglich iſt.
Er haͤlt aber dafuͤr, es ſeye dieſes ein heiliges, gehei⸗
mes, muſicaliſches Werkzeug, ſo man bey den Weiſſagun⸗
gen oder Antworten der Goͤtter, oder bey dem Dienſt des un⸗
ter den Teutſchen ſo ſehr beruͤchtigten Goͤtzens Triglaf ge⸗
brauchet, und zu Abwendung boͤſer Dinge gemachet habe.
Das Urtheil des Ludwig Burgets in ſeinem Schreiben
vom 26. Jenner 1735. iſt gruͤndlicher. Dieſes Werk⸗
Zeut kommt entweder aus Niederſachſen oder
Schweden her. Dergleichen muſicaliſche Werk⸗
zeuge ſind auch bey den alten Egyptiern im Ge⸗
brauch geweſen, wie ſolches aus den alten Denk⸗
maͤhlern, meiner Meynung nach, erhellet. Es
iſt gar kein Verdacht vorhanden, daß dieſes Denck⸗
maͤhl zu einem zauberiſchen Gebrauch ſollte be⸗
ſtimmt.
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