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50 Das Kloſter Muri.
gebliche Hofnung gemachet: Denn durch Feuers⸗Bruͤnſte
und Pluͤnderungen iſt dieſer Schatz zu Grund gegangen,
und von denen dem Untergang entronnenen Denkmaa⸗
len iſt nebſt wenigen nur noch ein Sacramentbuch uͤbrig.
Der Verfaſſer ſetzt es als das fuͤnfte an, welches nur allein
Gebethe oder Collecten in ſich haͤlt, wie es faſt bis auf das
zwoͤlfte Jahrhundert ohngefehr gebraͤuchlich war. Dieſer
Handſchrift iſt ein Calender vorgeſetzet. Dergleichen iſt
auch noch ein weitlaͤuftigerer in einer andern Handſchrift vor⸗
handen, welcher hin und wieder vermehret worden, nebſt
den Epacten *), und einigen Segens⸗Spruͤchen zu Anfang,
am Ende iſt die Regul des heil. Benedicts angefuͤget,
welche fuͤr die Kloſterfrauen eingerichtet, als welche, wie in
den meiſten Kloͤſtern unſers Ordens, ehemals hier einen ab⸗
geſondert verſchloſſenen Ort hatten, der naͤher oder weiter
davon unter der Aufſicht der Moͤnchen ſtunde. Der Ge⸗
walts⸗Brief Lotharius des dritten, von der Stiftung des
Kloſters Fahr oder Faͤhrle unter Werner dem erſten, drit⸗
ten Abt zu Einſiedeln, beziehet ſich auf das Beyſpiel derer
von Muri, von welchen wir eben geſagt, und derer Kloſter⸗
frauen zu Berau welche zu unſerm Kloſter St. Bla⸗
ſien gehoͤren: Naͤmlich dergeſtalten, daß deſſelben
Abt Werner, und alle ſeine Nachfolger mit ih⸗
ren Mitbruͤdern eben dieſen Ort frey und mit al⸗
ler Macht und Gewaͤlt beſtaͤndig beſitzen ſollen,
und ſich fleißig dahin beſtreben, daß der Gottes⸗
dienſt daſelbſten eingerichtet werde, wie ſie ein⸗
mal Gtt dafuͤr Rechenſchaft ablegen werden.
Als zu des vorgemeldten oͤffentlicher und recht—
maͤßiger Vergabung haben Luthold der Vaͤter,
und Judenta die Ehegemahlin, und Luthold der
Sohn, als Liebhaber Chriſti, mit Verwilligung
des Abtes und der Bruͤder die Bitte gethan, daß
zum Zeugniß des Glaubens und der goͤttlichen
Beloh⸗
*) Epacten ſind die Einſchaltung der II. Tage, wodurch aus einem
Mondenjahr von 334. Tagen ein Sonnenjahr von 365. Tagen wird.
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