Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 57
(PDF, 121 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0074
Das Kloſter Muri. 57

lichen Coder von zwey und fuͤnfzig Werken aus allen Gat⸗
tungen der Wiſſenſchaften von einer Hand geſchrieben. Und
zwar, wie viele aus einem gewiſſen gemahlten Anfangs⸗
buchſtaben vermuthet, ſo iſt daſſelbe von einer Kloſterfrau
geſchrieben worden, indeme die Geſtalt einer Nonne, die
eine Schreibfeder in der Hand haͤlt, in dieſem Buchſtaben
zu ſehen iſt; doch meynen andere mit beſſerm Recht, es
ſeye dieſes das Bild eines Moͤnches. Wiewohl die Klo⸗
ſterfrauen hiemit ſich vielfaͤltig beſchaͤftiget haben, auch in
der lateiniſchen Sprache Buͤcher abzuſchreiben, fuͤrnehmlich
fuͤr die benachbarte Buͤcherſammlungen der Moͤnche. Eine
ſolche Sammlung war in dieſem Kloſter Muri von betraͤcht⸗
licher Anzahl vorhanden, wie ſolches aus der ſchon belobten
weitlaͤufigen Erzaͤhlung derſelben in denen Muriſchen Ge⸗
ſchichten erhellet, welchen noch uͤber dieſes der Verfaſſer eine
Erinnerung hinzugefuͤget, die eines Abtes wuͤrdig iſt: Es
giebt hier noch viele andere Werklein von Buͤ⸗
chern, welche ſehr nuzlich ſind, dieſe muß man
D 5§ bewah⸗

*W. gegeben zu Speyer, da die Roͤmiſche⸗Zinß⸗Zahl I. ware, den
*28. Dec. 1125. Der Herr Kouſtenus Abt ſtirbt. Es erſchei⸗
net ein Freyheits⸗Recht vom Kaiſer, gegeben zu Strasburg den
28. December, da die Roͤmer⸗Zinß⸗Zahl 3. ware. Es wird ein
Befehl vom Lotharius dem dritten ausgeſtellet in dem erſten
Jahr ſeines Reiches. 1I127. Oudalrich Biſchof zu Conſtanz
»ſtirbt. II41. Herr Berthold, Ehrwuͤrdiger Abt, gibt ſelig
vden Geiſt auf. I1 143. Dieſes iſt das 180ſte Jahr, ſeit deme der Be⸗
yfehl des groſſen Kaiſers Otto ausgegangen. Ein feuriger Stein,
vgleichſam wie ein Klumpe gluͤhenden Eiſens, fiel vom Himmel
vuͤber den Berg Briſach vor die Thore der Kirche den 15. Junii
n»ohngefehr um die neunte Stunde Vormittag, als ein ſehr hei⸗
»terer Tag war“. Noch mehr dergleichen Beyſpiele von Stei⸗
nen, die aus der Luft gefallen, von feurigen Zeichen und Blitzen
in Geſtalt eines Drachen u. ſ. w. werden in dieſem Zeitbuch er⸗
zaͤhlet. Wir haben ſelbſt einen dergleichen groſſen Stein in der
Kirche zu Enſisheim im Elſas geſehen, der daſelbſten aufgehaͤn⸗
get und ſchwaͤrzlicher Farbe iſt. Es iſt die Sage, er ſeye bey
hellem Himmel auf die Erde gefallen.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0074