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70 Rappersweil.
er von gottloſen Raͤubern im Jahr 863. ausgeſtanden, an—
gefangen haͤufig beſucht zu werden, ſo daß nachmals um
das Jahr 934. Eberhard, Probſt von Strasburg, hier
erſtlich ebenfalls ein einſiedleriſches, hernach ein kloͤſterliches
Leben gefuͤhret, nachdem ſich viele Bruͤder zu ihme verfuͤg⸗
ten, und er der erſte Abt daſelbſt worden. Der Leib des
heil. Meinrads wurde anfaͤnglich nach Reichenau ge⸗
fuͤhret, wo er vorhero ein Moͤnch geweſen, im Jahr 1049.
aber wurde er der heiligen Einoͤde wiederum ausgehaͤndiget.
Zu dieſer Erzaͤhlung hat uns die gethane Meldung des
Brunnens nochmal gebracht, bey welchem wir mit friſchem
Waſſer ſind erquicket worden.
0 £ℛν EESSS
Rappersweil.
ndlich nach einem ſehr beſchwerlichen Weg von zweyen
Stunden, den wir zu Fuß gemachet, giengen wir uͤber
eine hoͤlzerne Bruͤcke, die aus lauter beweglichen Brettern
zuſammen gemachet iſt, faſt einer welſchen Meile lang nicht
ohne einigen Schauer hinuͤber, und erreichten die Stadt
Rappersweil. Dieſe wird Neu⸗Rappersweil genen⸗
net, zum Unterſchied der alten Stadt, welche an deu Graͤn⸗
zen oder in der Mark lieget. Sie war der erſte Sitz der
Grafen dieſes Namens von einem gewiſſen Rupert er—
bauet, welcher unter der Deutſchen Koͤnig Ludwig als
Hauptmann uͤber einen Kriegshaufen oder als Oberſter der
Soldaten Krieges⸗Dienſte gethan, wie ſolches in einem oͤf—
fentlichen Brief unter denen Handſchriften des Aegidius
Tſchudi vorkommt ?*) Er wurde raͤmlich durch die An⸗
nehm⸗
*) Wir wollen ſolchen ganz hieher ſetzen, weilen es zugleich den Ur⸗
ſprung des beruͤhmten Kloſters bey Lucern an den Tag leget. Im
Namen des SErrn, Amen. Kund ſey allen Edeln und Unedeln,
ſowohl kuͤnftigen als gegenwaͤrtigen, welchergeſtalten ich Wich ard
und mein Bruder Rupert, Obriſter der Soldaten des Koͤniges,
Qudwigs
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