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Das Kloſter St. Gallen. 79
ben. Gegeben den 7. September im zehnten
Jahr des Reiches unſers Herrn Ildiricii Koͤniges.
Sowohl die Schreibart, als die Arten der Schen⸗
kungen zeigen das Alterthum dieſes Briefes genugſam an,
wie auch die Jahre der Regierung des Koͤniges Childe⸗
richs (Ilderici riis) welche mit ſeinem Bruder Clota⸗
rius III. einem Sohn des Clodoveus II. gegen Ausgang
des ſiebenten Jahrhunderts uͤbereintreffen, in deſſen Mitte
der heil. Gallus geſtorben, und ſeine Schuͤler dieſe heili⸗
ge Lebensart in der Wuͤſte fortſetzten, bis zu Anfang des
achten Jahrhunderts die Regel des h. Benedicts unter
dem h. Othmar Abten eingefuͤhret wurde. Dieſer war
ein Zeitgenoſſe des h. Beda, von deme man ſagt, daß er
das Lehrmeiſter⸗Amt in den Wiſſenſchaften in dieſem Klo—⸗
ſter uͤbernommen, und ein ſolches behauptet der P. Pius
in der Vorrede zu ſeinem Handſchriften⸗Verzeichniß. Wie⸗
wohl es einige giebt, die da glauben, Beda habe niema⸗
len einen Fuß aus Engelland geſetzet. Anderſt verhaͤlt es
ſich mit dem Alcuinus des Beda Schuͤler, von welchem
die Schriftſteller melden, daß er ſich einige Zeit in dem Klo⸗
ſter St. Gallen aufgehalten habe. Es mag nun an die—
ſer Sache ſeyn, was da will, ſo iſt bekannt, daß unter den
erſten St. Galliſchen Aebten die Wiſſenſchaften je mehr
und mehr aufgebluͤhet, und daß die Schule zu St. Gal⸗
len jederzeit vor eine der beruͤhmteſten nebſt andern, die
man in den Kloͤſtern des h. Benedicts hin und her auf⸗
gerichtet, iſt gehalten worden, von welchen Schulen Lau⸗
noi in einer beſondern Schrift handelt, und dieſes denen
St. Gallern zum verdienten Lobe beyleget. Zu dieſer
Abſicht hatte man einen Vorrath von Buͤchern noͤthig, wel⸗
cher in dieſem Kloſter ſelbſt taͤglich vermehret wurde, theils
durch den Fleiß Buͤcher zu ſchreiben, als womit ſich die
Moͤnche vor Erfindung der Buchdruckerey beſtaͤndig be⸗
ſchaͤftiget, wie dann in dem belobten Verzeichniß die beruͤhm⸗
teſte Moͤnche in der Schreibkunſt zu St. Gallen in gro⸗
er
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