Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 94
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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94 Das Kloſter St. Gallen.

vielmehr von den unglaubigen und ungetreuen Ueberſetzern
iſt ausgelaſſen worden, als daß ſolcher von den ungeſchick⸗
ten ſollte eingeſchoben worden ſeyn. Denn unter andern
vermiſſet er die Treue der Ausleger, wie er ſich heraus laͤſ⸗
ſet, vornehmlich in derjenigen Stelle, wo von der
Einheit der Dreyeinheit in dem erſten Brief Jo⸗
hannis Meldung geſchiehet. Dann wir haben
es inne geworden, daß in dieſem Brief von den
ungetreuen Ueberſetzern in Anſebung der Waͤhr⸗
heit des Glaubens ſehr gefehlet worden; ſie ſetzen
in ihrer Ausgabe nur die Woͤrter der dreyen, naͤm⸗
lich des Waſſers, des Blutes, und des Geiſtes,
und das Zeugniß des Vaͤters und des Wortes und
des Geiſtes laſſen ſie weg, auf welchen Punct
hauptſaͤchlich ſich der catholiſche Glaube gruͤn⸗
det, und des Vaͤters und des Sohnes und des hei⸗
ligen Geiſtes einfaches Weſen der Gottheit be⸗
wieſen wird.

In dem St. Galliſchen Buͤcherſaal werden noch voll⸗
ſtaͤndig aufbehalten des Rerons eines Moͤnchen zu St.
Gallen im achten Jahrhundert Gloſſen oder Erklaͤrung
der Woͤrter heiliger Schrift in altdeutſcher Sprache, nebſt
andern dergleichen Handſchriften vom neunten, zehnten und
folgenden Jahrhunderten, die ſo wohl in Anſehung der hei⸗
ligen, als anderer Schriften zu Erlaͤuterung der alten deut⸗
ſchen Sprache ungemein vieles dienen. Z. B. Notkers
III. Barbariſcher Pſalter betitelt: Selig iſt der
Mann, welcher nicht waͤndelt in der Verſamm⸗
lung der Gottloſen. Der. Man. iſt. ſaͤlig. dero.
argon. raͤt. ne gegieng. Die Regel des h. Benedicts
vom achten Jahrhundert mit einer altdeutſchen Ueberſetzung.
Dieſe Schriften ſind vom Schilter an das Licht geſtellet
worden. In eben dieſer Sprache iſt auch hier in einer
Handſchrift vom zehnten oder eilften Jahrhundert der Boe⸗
tius von den philoſ. Troſtgruͤnden. Ingleichen des Ari⸗
ſtoteles


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