Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 102
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0121
102 Das Kloſter St. Gallen.

Menſchwerdung. Desgleichen von dem h. Marcus, in
welchem geſaget wird, daß der Leib dieſes Heiligen in Rei⸗
chenau aufbehalten werde. Salomon, welcher unter
den vorderſten ſollte genennet worden ſeyn, wird hieher ge⸗
zaͤhlet, weilen er zugleich Abt zu St. Gallen, und Biſchof
zu Conſtanz, unter dieſem Namen der dritte geweſen, von
ihm iſt ein zur Dichtkunſt, Geſchichte und Erdbeſchreibung:ꝛc.
dienliches Woͤrterbuch vorhanden, welches als ein weitlaͤu⸗
figes und mit mannigfaltiger Gelehrſamkeit nach damali⸗
ger Zeit, angefuͤlltes Werk mit einer dem Verfaſſer gleich—
zeitigen Schreibart, durch ſo viele Jahre her als eine be⸗
ſondere Zierde der St. Galliſchen Buͤcherſammlung ſehr
wohl erhalten P. Vius in ſeinem Verzeichniß ruͤhmet, wie⸗
wol er Anſtand traͤget, ob er ſolches dem Salomon, oder
ſeinem Lehrmeiſter dem Iſo zuſchreiben ſolle? Unter deſ⸗
ſen Namen wird ein gewiſſes Handbuch, wie wir hernach
melden werden, in dem Kloſter Ochſenhauſen verwaͤhrlich
aufbehalten. In dem St. Galliſchen fehlet am Anfang
und am Ende etwas. Es faͤngt an: Es hat ſich leider!
Zzugetragen. Es hat ſich in der That begeben. Es
iſt ohngefehr geſchehen. Es iſt durch einen Zu⸗
fall gekommen. Es endiget ſich. Pythagoras von
Samos hat am erſten den Buchſtaben h zum Bey⸗
ſpiel des menſchlichen Lebens gebildet: deſſen obe⸗
res Strichlein bedeutet das erſte ungewiſſe Alter/
als welches ſich bisher weder den Laſtern, noch ꝛe.

P. Pius hat in ſeinem Verzeichniß Anhaͤnge von den
einheimiſchen Vaͤtern hinzugethan, deren Werke vermiſſet
werden, und derjenigen, von welchen man lieſet, daß ſie al⸗
te Buͤcher geſchrieben, welches man ihrem Angedenken bil⸗
lig ſchuldig iſt. Wir haben vor anmerkungswuͤrdig gehal⸗
ten ein gewiſſes Bild, (VI. Kupfertafel) ſo ſich in einer
St. Galliſchen Handſchrift befindet, in welchem Luither
ein Moͤnch, der ohngefehr gegen das Ende des zehnten Jahr⸗
hunderts gelebet, dem h. Gallus ein von ihme geſchriebe⸗
nes


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