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109g Das Kloſter St. Gallen.
lich des Ado, welches einem Buͤchlein von den Feſttaͤgen
der Heiligen vorgeſetzet iſt, von der Himmelfahrt oder dem
Schlaf Unſer lieben Frauen ſtehet folgendes: Wo
aber jener hochwuͤrdige Tempel des heiligen Gei⸗
ſtes, das iſt, das Fleiſch der ſeligſten Jungfrau
Maria auf goͤttlichen Willen und Kath verbor⸗
gen worden, das erwaͤhlet die Klugheit der Kir⸗
che mehr mit Gottſeligkeit nicht zu wiſſen, als
etwas nichtswuͤrdiges und unaͤchtes davon zu
halten und zu lehren. Ado ſtehet in der Meinung,
es ſeye an einem gewiſſen Ort verborgen, und nicht mit der
Seele in Himmel aufgenommen worden. Notker Bal⸗
bulus, des Ado Zeitgenoſſe, behauptet mit andern das
Gegentheil in ſeinem Maͤrtyrer⸗Verzeichniß, nichts deſtowe⸗
niger fuͤgt er hinzu: Weilen in dieſen Dingen die ge⸗
lehrteſten Ausleger unter ſich nicht einig zu ſeyn
ſcheinen, ſo kommt es mir nicht zu, etwas in ei⸗
nem ſo kurzen Werklein zu beſtimmen. Doch
dieſes glauben und bekennen wir aufs gewiſſeſte
mit der allgemeinen Kirche, daß, wenn jener
voͤchſtehrwuͤrdige Leib, aus welchem GGtt iſt
Menſch worden, noch irgendwo auf dem Erdbo⸗
den verborgen iſt, deſſen Offenbarung allerdings
Zur Ausrottung des Widerchriſts auf behaͤlten
wird. Nichts deſtoweniger fuͤhret LCaunoi und aus ſihm
Hottinger in den Helvetiſchen Kirchen-Geſchich⸗
ten S. 699. fuͤr die gegenſeitige Meinung den Notker an,
erade als wenn er ſagte, ſie ſeye nicht aufgenommen wor⸗
en).
Die St. Galliſchen Handſchriften koͤnnen noch einen
vortreflichen Nutzen leiſten, vornehmlich zur Erlaͤuterung der
heiligen Geſchichte. Man hat z. B. eine kurze geſchicht⸗
liche Anmerkung vom Jahr 691. an bis auf das Jahr
316. In einer andern Handſchrift: Zur Geſchichte
gehoͤrige Anmerkungen vom Jahr 909. an bis auf
1045. Zeitrechnung der Paͤbſte bis auf den Pabſt
Sergius:
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