Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 107
(PDF, 121 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0126
Lindau. 107

Pius Kolb, geſtorben, welcher uns nicht nur in unſern
Bemuͤhungen emſig unterſtuͤtzet, ſondern auch, da wir nach
Roſchach ſegelten, uns beſtaͤndig in den Augen gehabt, bis
er das Schiff aus denſelben verlohren, und uns den lezten
Abſchied gegeben hat.

: S SO E E ESSSe

Lindau.

Wee ſind mit guͤnſtigem Winde uͤber denjenigen See
geſchiffet, welchen die alten den Rhein⸗See, den
Acroniſchen⸗ den Bregenzer- den Boden- den Moͤsburger⸗
den Conſtanzer-See, vornehmlich nach denen an ſeinem
Ufer liegenden Orten, genennet haben. Dieſer obere und
groͤſſere Theil aber ward auch der Withſee, das iſt, der
weite See genennet, ſo wie er ſeinen Buſen von dem Ein⸗
fluß des Rheins gegen Conſtanz hin erſtrecket, woſelbſt der
in die Enge gezwungene Rhein wiederum ausflieſſet und
ſich zu erkennen giebt, da er vorhero mit dem unermaͤßli⸗
chen Waſſer des Sees vermiſcht wird. Ammianus
Marcellinus erzaͤhlet mit den meiſten nachfolgenden alten
und neuern Schriftſtellern, der Rhein flieſſe mitten durch
den See, und behalte ſeinen Strom und ſeine Farbe, und
vermiſche ſich nicht mit dem Waſſer des Bodenſees. Wir
ſind nicht nur einmal uͤber dieſen See geſchiffet, und haben
dieſes nicht wahrnehmen koͤnnen.

Nach einigen Stunden unſerer Schiffart laͤndeten wir
in der Inſel Lindau an, welche durch eine Bruͤcke, ſo auf
hundert Pfeilern ruhet, und dreyhundert funfzig Schritte
in der Laͤnge hat, mit dem veſten Lande verbunden iſt. Die
Stadt iſt eine des h. Roͤmiſchen deutſchen Reiches freye
Stadt, der Lutheriſchen Religion zugethan. Die oͤffentli⸗
che Buͤcherſammlung iſt zwar nicht groß und mit keinen

auserleſenen Handſchriften verſehen, doch hat ſie einen Vor.
rath


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0126