Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 108
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0127
108 Lindau.

rath an Buͤchern und mathematiſchen Werkzeugen. Un⸗
ter andern iſt eine Himmelskugel darinnen, welche bey der
Nacht, wenn man ein Licht hineinſetzet, die blitzende Sterne
und den Stand des Geſtirnes vorſtellet. Es befindet ſich
daſelbſt ein freywilliches unmittelbares Reichsſtiſt von ade⸗
lichen Jungfrauen, denen eine gefuͤrſtete Aebtißinn vorſte⸗
het. Ob man gleich insgemein glaubet, daß die Aebtißinn
an das Geluͤbde eines beſtaͤndigen eheloſen Standes gebun⸗
den ſeye; ſo lieget doch in der That derſelben, gleich denen
uͤbrigen Chorfrauen dieſes gefuͤrſteten Stifts, nicht mehr ob,
als die Beobachtung der Stifts⸗Ordnungen. Dieſes Stift
eignet ſich das Recht uͤber die Inſel, mit ſtarkem Wider⸗
ſpruch der Stadt, zu. Weswegen ein ſehr groſſer Streit
uͤber den Freyheitsbrief des frommen oder deutſchen
Ludwigs entſtanden, und man hat von beeden Seiten
ganze Baͤnde davon an das Licht geſtellet. Dieſen Streit
hat Daniel Heider, der wegen empfangenen Gutthaten
dieſem jungfraͤulichen Stiſt, in welchem er vorhero Haus⸗
Hofmeiſter geweſen, Dank ſchuldig war, erreget. Der be—
ruͤhmte Hermann Conring wurde bis aus Sachſen zu
Huͤlfe gerufen, und dieſer gab eine Beurtheilung dieſer Ur⸗
kunde zu Helmſtaͤdt im Druck heraus. Es kam dieſelbe
auch dem Stephan Baluzius verdaͤchtig vor, theils weil
ſich in dem Text dieſer Urkunde viele Dinge befinden, wel⸗
che mit der Canzleyſchreibart ſelbiger Zeit nicht uͤbereinkom⸗
men, theils, weil es, nach ſeiner Meinung, damals nicht
gebraͤuchlich war, in den Freyheitsbriefen die Jahre der Ge⸗
burt Chriſti beyzuſetzen. Des Conrings ſtaͤrkſter Be⸗
weiß aber war dieſer, daß des Rhabaßus Maurus,
Erzbiſchofs zu Maynz, Name und Schutz darinnen ſtehe,
durch welchen dieſer Freyheitsbrief ſeye ausgewuͤrket wor⸗
den, als welcher doch ſelbiger Zeit dieſen Stuhl nicht innen
gehabt. Eben dieſer Umſtand hat auch nebſt andern die
Verfaſſer des neuen diplomatiſchen Werkes, welches in
ſranzoͤſiſcher Sprache von Touſtain und Taſſin an das
Licht geſtellet worden, in Verlegenheit geſetzet. Hingegen
P. Raſſ⸗


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