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Lindau. 109
P. NRaßler behauptet in der Vertheidigung dieſer Urkunde,
es ſeye jener Name entweder aus Unachtſamkeit des Schrei⸗
bers an ſtatt Ottkarus eingeſchlichen, oder wenigſtens
ehender abgefaſſet worden, als die Jahre der Geburt Chri⸗
ſti ſolches anzeigen, als welche nachgehends von einer an⸗
dern Hand hinzugeſchrieben worden. Man hat auch den
Namen des Adalberts, eines Anverwandten von Karl
dem Groſſen, und Pfalzgrafens, in Zweifel gezogen,
welcher dieſes jungfraͤuliche Stift mit ſeinen Guͤtern ſolle ver⸗
mehret und errichtet haben, welcher doch in den Jahrbuͤ⸗
chern des Pithou unter Ludwig dem frommen erſt beym
838. und 309ſten Jahr vorkommt. Es trift auch des Ek⸗
berts Name ſo ziemlich bey, wenn er anderſt in einem al⸗
ten Grabſtein alſo zu leſen iſt mit dem Mangold und Wo⸗
derebich, wie auch ein altes Gemaͤhlde, welches noch zu
ſehen, und auf einer hoͤlzernen beygeſetzten Tafel ſehr genau
entworfen iſt, drey Figuren darſtellet. Was das erſte anbe⸗
trift, ſo vermuthet P. Kaſſ ler nicht uneben, dieſer Stein
ſeye mit der Zeit erſt geſetzet worden, da vielleicht die Aſchen
in einem Grabe verſchloſſen geweſen. Das Gemaͤhlde
aber zeiget deswegen einneueres Alter an, weil es mit Oel⸗
farben gemahlet iſt, welche Art zu mahlen erſt im Jahr
1410. Johann van Egk, der Xeuyxes ſeiner Zeit, er⸗
funden, wie ſolches Joachim von Sandraͤt in der
Schule der Maͤhlerkunſt darthut.
Jedoch es haben die adelichen Jungfrauen zu Lind au
nicht noͤthig, dergleichen Kirchenſchmuck und Geſchenke zu
Zeitgenoſſen zu haben, als welche mit dem Ablauf der Zei⸗
ten allerhand Schickſalen unterworfen ſind. Die Stadt
Lindau kann ſelbſt nicht ſagen, daß ſie davon befreyet gewe⸗
ſen, ſo weit ſie auch ihren Urſprung bis auf die Zeiten des
Roͤmiſchen Reiches hinauf rechnet. Es findet ſich eine
Stelle bey dem Strabo, dwelche dieſer Meynung guͤnſtig
zu ſeyn ſcheinet, und die ſich auf die Zeiten des Auguſ us
ziehen laͤſſet, unter welchem die Rhaͤtier und Vindelicier
durch den Druſus und Tiberius mittelſt der Waffen ſind
unter⸗
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