Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 112
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0131
112 Die Stadt Bregenz,

Ptolomaͤus hingegen zaͤhlet ſie unter die Rhaͤtier. Sie
hat den Namen von dem Fluß Bregenz, weilen
er Vindelicien und Rhaͤtien von einander abſon⸗
dert. Allhier hat gegen das Ende des ſechſten und An⸗
fang des ſiebenten Jahrhunderts der chriſtliche Glaube wie⸗
der aufgebluͤhet, als welcher von dem h. Columbanus
und dem h. Gallus an das diſſeitige Ufer des Bregenzer⸗
Sees am erſten hinuͤber gebracht worden. Es bezeuget
Walafried Strabo in dem Leben des h. Gallus von
einer Kirche, welche der h. Aurelia zu Bregenz gewei⸗
het ſeye: Er habe in der Kirche drey vergoldete
Bilder an der Wand aufgehaͤnget angetroffen,
welche das Volk anbetete, nachdeme ſolches den
Dienſt des heiligen Altars verlaſſen, und bey
Darbringung ihrer Opfer pflegte es zu ſagen:
Dieſe ſind die alten Goͤtter, und die ehemaligen
Beſchuͤtzer dieſes Orts, durch deren Troſt ſo wohl
wir, als das Unſrige bis auf gegenwaͤrtige Zeit
erhalten worden. Hieraus iſt zu ſchlieſſen, daß die
chriſtliche Religion ſchon vorhero daſelbſt eingefuͤhret gewe⸗
ſen, und laͤngſt eine der Aurelia geheiligte Kirche da ge⸗
ſtanden; indeme er ſaget, daß der h. Columbanus hie⸗
ſelbſten aus dem Schif getreten, und eine kleine Kirche zur
Ehre der h. Aurelia aufgebauet, aber gaͤnzlich entheiliget
angetroffen, welche er von den Unreinigkeiten geſaͤubert,
und die Gebeine der h. Aurelia in den Altar gethan habe.
Es iſt auch noch eine kleine Capelle des h. Gallus vorhan⸗
den, nicht weit von dem Stein, Gallenſtein genannt, in
welchem ſehr harten Stein die Fußſtapfen des h. Gallus
noch zu ſehen ſeyn ſollen, auf einem Huͤgel an dem Fuß des
St. Gebhardsberg, eines ſehr heiligen Biſchofs von
Conſtanz, welcher an dieſem Ort gebohren, oder vielmehr
aus Mutterleib geſchnitten worden. Die Stadt, von wel⸗
cher Walafried Strabo ſaget, daß ſie zur Zeit des heil.
Columbanus vor Alter eingefallen, hat ohne Zweifel an
dem Ufer des Sees ſelbſt gelegen, oder ſich bis dorthin er⸗
ſtrecket,


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