Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 113
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0132
mit dem Kloſter Mehrerau. 113

ſtrecket, wo nunmehro das aͤlteſte Kloſter von Deutſchland
ſtehet. Der h. Columbanus hat dieſen Ort dem bey
Arbona ſich damals aufhaltenden Prieſter Willimar
angezeiget, wie bey dem Walafried?*) in dem Leben des
h. Gallus befindlich: In dieſer Einoͤde, ſpricht er, iſt
ein gewiſſer Ort von alter Bauart, welcher un⸗
ter den eingefallenen Truͤmmern die Fußſtapfen
behaͤlt, woſelbſt eine fette und zu Dervorbrin⸗
gung der Fruͤchte taugliche Erde, im Kreyß her⸗
um hohe Berge, eine groſſe Wuͤſte, die bis in die
Stadt hingehet, und eine weite Ebene ſich befin⸗
den. Die Kirche der h. Aurelia iſt heutiges Tages in
dem innern Kloſter eingeſchloſſen, das noch uͤberdiß eine
Hauptkirche der heiligen Apoſteln hat, in welcher ſich zwey
praͤchtige Grabmaale aus Marmor befſinden, alleine ohne
Ueberſchrift, daß man alſo nicht wiſſen kann, wer darunter
begraben lieget, noch auch, ob die Kirche von der erſten Er⸗
bauung des Kloſters unter dem h. Columbanus ſeye (ſin⸗
temalen die Kirchen, welche dem h. Petrus geweihet ſind,
ſonſten vor die Aeltere gehalten werden); da er nun von
dannen weggehen muſte, und nacher Welſchland abreiſete,
ſo hoͤrte daſelbſt die Religion lange Zeit auf, bis gegen das
Ende des eilften Jahrhunderts von Ulrich, einem Gra⸗
fen von Graubuͤnden und Bregenz, das Kloſter wieder auf⸗
gebauet, und die Kirche von dem Biſchof zu Conſtanz, ei⸗
nem gebohrnen Grafen von Dillingen, der gleichermaſſen
Ulrich geheiſſen, eingeweihet worden. Anfaͤnglich waren
es Kloͤſter fuͤr beyderley Geſchlechte nach der Benedictiniſchen
Regel, wie ſolches des Cruſius Jahrbuͤcher,*) auf das Jahr
1097. geben. Unter den wenigen von Brand und Pluͤn⸗
derung uͤbrig gebliebenen Buͤchern, werden da noch verſchie⸗
dene abſchriftliche Werke des h. Columbanus verwahr⸗

lich aufbehalten, vornehmlich ſeine Unterweifungen oder
drey⸗
*) Im I. Buch 5. Cap.
) Im 2. Theil 8. Buch 15. Cap.

Irn. Fuͤrſt u. Abt Gerberts Reiſen. H


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