Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 121
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0140
Dasoͤſtliche Alemannien. 121

ben haben ſich damals die Alemannen vereiniget,
und blieben auch da, und beherrſcheten die Buͤnd⸗
ner⸗Alpen gaͤnzlich; von wannen ſich einige Fluͤſ⸗
ſe in die Donau mit ſtarkem Geraͤuſche hinein⸗
ſtuͤrzen. Hier alſo an einem ſo beveſtigten Ort
hat der Koͤnig Theodemir zur Winterszeit das
Gothiſche Kriegsheer gefuͤhret; und ſowohl die
Mannſchaft der Schwaben, als auch der Ale⸗
mannen, welche beyderſeits mit einander verbuͤn⸗
det geweſen, bezwungen, verwuͤſtet, und faſt un⸗
terwuͤrfig gemacht. Die unuͤberwindliche Aleman⸗
nen haben nach dem Probus den Wall wiederum durch⸗
gebrochen, und auch nachmals die Grenzſcheidung des Rheins,
und konnten nicht mehr von den Roͤmern unter das Joch
gebracht werden: Dieſes haben ſie erſt zu Ausgang des fuͤnf⸗
ten Jahrhunderts von den Franken leiden muͤſſen in der groſſen
Schlacht bey Zuͤlpich oder Juͤlch, nicht weit von Coͤlln
am Rhein, welches Gebieth zwar Sigebert innen hatte,
alleine es waren maͤchtige Koͤnige der Franken da. Schon
Childerich des Merovaͤus Nachfolger, welcher einen
groſſen Theil von Frankreich erobert hatte und ſein Reich
weiter auszubreiten trachtete, fuͤhrete mit den Alemannen
nicht ungluͤcklich Krieg, und dieſen brachte erſt Clodovaͤus,
des Childerichs Sohn zu Ende, nachdeme ſelbſt der Koͤ—
nig in der Schlacht geblieben iſt. Er bediente ſich ſeines
erhaltenen Sieges, und verfolgte die fluͤchtigen Feinde, ver⸗
wuͤſtete Alemannien und fuͤllete alles mit Mord an, bis
Theodorich, der Oſtgothen Koͤnig in Italien, zu welchem
eine groſſe Menge Alemannier geflohen war, den Ueber⸗
wundenen Gnade durch ein Schreiben auswuͤrkte, welches
man bey dem Caſſiodorus leſen kann. Damals wurde
noch der Name und das Schickſal der Schwaben mit den
Alemannen nicht gaͤnzlich vermiſchet. Mit den Schwa⸗
ben gieng man gelinder um. Nach der Hand wurde Schwa⸗
ben und Alemannien unter einem Herzogthum begriffen,
ſo daß der Herzog bald ein Herzog von Schwaben, bald von
H 5 Aleman⸗


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