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130 Kempten.
geſchoben, und deſſen Verfaſſer fuͤr einen Betruͤger, wie
dann auch der le Coint in ſeinen Jahrbuͤchern der Franken
den Ermenrich, einen Ellwangiſchen Moͤnch, welcher das
Leben des ſel. Magnus, ſo Theodor beſchrieben, ergaͤn⸗
zet haben ſolle, zu einem Verfaͤlſcher machet, der viele fal⸗
ſche Dinge eingemiſchet habe. Nichts deſtoweniger giebt
der le Coint *) dem Anſehen der Lebensbeſchreibung des
ſel.k. Magnus ſeinen Beyfall, und laͤugnet, daß dieſes Klo⸗
ſter von der Hildegard ſeye gebauet worden; daß es von
ihr erneuert und erweitert worden, giebt er zu, welches
ganz eine andere Meinung iſt, als man nach dem Karolini⸗
ſchen Stiftsbriefe hegen muͤſte. Solchen greiffen auch die
Bollandiſten **) an, die ganz getroſt behaupten, es waͤren
durch die oͤftermalige Pluͤnderung und Verwuͤſtung der Hun.
nen, wie auch durch andere Zufaͤlle alle alte Urkunden zu
Grunde gegangen, die Nachkommen haͤtten nun dieſen Ab⸗
gang erſetzen wollen, und nach der Gewohnheit des neunten
und zehnten Jahrhunderts, dieſen Brief, von welchem die
Frage iſt, abgeſchrieben. Sie bezeigen ſich gegen das alte
Urkundsweſen etwas unbillig, wie wohl ſie ſcheinen, das
Unternehmen derjenigen, welche Urkunden unterſchieben,
zum Beſten auszulegen. Sie ſprechen: Wir, die derglei⸗
chen Unterſchiebungen ſchon gewohnet ſind, weil
wir wohl merken, daß es nicht aus einem boͤſen
Sinn geſchehen, naͤmlich um den ungerechten
Schaden zu verhuͤten, der denen Beſitzungen ohn⸗
fehlbar zugezogen wuͤrde, die nicht mit dem
Schild eines koͤniglichen Briefes bedecket ſind, ver⸗
zeihen denen Urhebern nicht nur leicht, ſondern
ſind ihnen auch einigen Dank ſchuldig, in ſo fer⸗
ne ſie uns Zeugen der angenommenen und bis zu
ihnen fortgepflanzten Ueberlieferungen abgeben.
Und wenn auch bey denſelben viele Schlacken un⸗
termiſchet ſind, ſo ſtecket doch auch gemeiniglich
G etwas
*) Zum Jahr 666. und 783.
W) Im III. Band, April S. 792, 793.
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