Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 136
(PDF, 121 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0155
136 Kempten.

den, noch auch mit denen Zeitrechnungen ver⸗
ſchiedener dergleichen Schriften. Nichts deſtowe⸗
niger traͤget es ſich zu, daß die Ehre und die Guͤter in Ge⸗
fahr lauffen, die durch einen ruhigen Beſitz vieler Jahr⸗
hunderte beſtaͤttiget ſind, und Strittigkeiten entſtehen.

Allein es iſt gut, daß die Beſtreiter der Urkunde, um
welcher willen wir dieſes angefuͤhret haben, bezeugen, daß
ſie denen Rechten und Graͤnzen dieſes vornehmen und fuͤrſt⸗
lichen Kloſters, welches ſolche bishero auf die gerechteſte
Weiſe beſeſſen, nicht das geringſte durch ihre Kunſtrichtung
zu entziehen begehren. Es reichen aber dieſe Gerechtſame
und die weite Graͤnzen zu, vier und zwanzig Adeliche reich⸗
lich zu unterhalten, welche, ob ſie ſchon durch die Abwechs⸗
lung der Dinge bisweilen zu einer kleinen Anzahl ſind ge⸗
bracht worden, bishero gleichwolen immerzu den vornehmen
Stammen erhalten; und da die Aebte dann und wann et⸗
was anders vorhatten, ſo haben ſich die adelichen Familien
Deutſchlandes entgegen geſetzet, als welche hier in dieſem
Kloſter einen bequemen Ort finden, ſich GOtt zu wiedmen,
und nichts deſtoweniger die Wuͤrde ihrer Geburt zu erhal⸗
ten. Erſt vor kurzem iſt unter dem Fuͤrſten Anſelm von
Reichlin ihnen als ein Stifts⸗Zeichen, das h. Creuz, wel⸗
ches man an den Hals haͤnget, gegeben worden. Dem
Engelbert von Zirkenſtein aber, dem herrlichen Nach⸗
folger des Anſelmus, wurde vom Benedict XIV. auch
das geiſtliche Vorrecht verliehen, das Sacrament der Fir⸗
mung denenjenigen mitzutheilen, welche zu der befreyeten
Kirche Kempten gehoͤren. Dieſes Recht gehet nur auf die
Perſon, und iſt anderſt, als dasjenige, weſſen ſich die Aebte
in dem Kloſter Elchingen ruͤhmen, und aber doch nur mit
gutem Willen ihres ordentlichen Biſchofs von Augſpurg
ausuͤben doͤrſen. In Italien hat der Abt zu Caßin nebſt
einigen andern dieſe biſchoͤfliche Gewalt. Wenigſtens ge⸗
ben durch dieſe Beyſpiele in der neueſten Zeit die oberſten
Hirten der Kirche, denen die Verwaltung der goͤttlichen
Geheim⸗


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0155