Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 155
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0176
Buxheim. 155

um ſo weniger jene Bibel des Fauſtens vom Jahr 1462.
koͤnne genennet werden, davon giebt die Anzahl der 45. Zei⸗
len durch alle Seiten hindurch den Beweiß. Die Buxhei⸗
miſche Auflage hat 48. Zeilen, ſo wie auch die vom Schoif⸗
fer vom Jahr 1472. und dieſe leztere kommt durch alle
Seiten genau mit der erſten Auflage vom Jahr 1462. uͤber⸗
ein, und iſt derſelben in allen Stuͤcken ſo aͤhnlich, daß man
kaum den geringſten Unterſchied merket, welches wir zu un⸗
ſerer Verwunderung geſehen, da wir beyde in der Buxhei⸗
miſchen Buͤcherkammer gegen einander gehalten. In eben
derſelben befinden ſich noch zwey aͤltere, als dieſe Bibelaus⸗
gabe iſt, und zwar erſtlich das Kirchen⸗Verzeichniß, oder
Rationale vom Durandus, welches beym Schluß alſo
lautet: Gegenwaͤrtiges Verzeichnisbuch der goͤtt⸗
lichen Dienſte iſt durch die Schoͤnheit der Anfangs⸗
buchſtaben gezieret, mit Abtheilungen unterſchie⸗
den, durch eine kuͤnſtliche Erfindung zu drucken
und Buchſtaben zu ſetzen, ohne Federzuͤge alſo
gebildet, und zum Nutzen der Kirche GOttes
fleißig vollendet worden durch Johannes Fuſt,
Buͤrgern zu Maynz und Peter Gernsheim, Geiſt⸗
lichen eben dieſes Biſtumes, im Jahr des HErrn
tauſend, vierhundert, und neun und fuͤnfzig/ den
ſechſten Tag des Weinnmonats. Schoͤpflin*)
haͤlt dafuͤr, dieſes Buch auf Pergament mit dem Wappen
des Johannes Fauſt ſeye das erſte, ſo mit gegoſſenen
Buchſtaben gedruckt worden. Zum folgenden Jahr rech⸗
net man das allgemeine Woͤrterbuch, welches aber nicht
mit hoͤlzernen Buchſtaben gedruckt iſt, wie jenes, von wel⸗
chem Tritheim Meldung thut: weswegen es noch bis
dieſe Stunde mit dem Kochler fuͤr ein Unding, oder ge⸗
wiß fuͤr ein vermißtes Werk kann gehalten werden. Fol⸗
gendes ſteht am Ende: Durch den Beyſtand des Al⸗
lerhoͤchſten, auf deſſen Willen die Zungen der Un⸗

muͤndigen beredet werden, und der oͤfters den klei⸗
nen

*) Rett. der Buchdr. S. 33.


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