Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., J 6519,baa
Gerbert, Martin; Köhler, Johann Ludwig [Übers.]
Des hochwürdigsten Herrn, Herrn Martin Gerberts ... Reisen durch Alemannien, Welschland und Frankreich: welche in den Jahren 1759, 1760, 1761 und 1762 angestellet worden; auch mit zwey Registern der Orte und merkwuerdigsten Sachen vers.
Ulm, 1767
Seite: 160
(PDF, 121 MB)
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/gerbert1767/0181
160 Augſpurg.

ſer dem Ort gefunden worden. Es waren aber in allem 70.
Stuͤcke ſolcher Muͤnzen, deren groͤßten Theil beſagter Hoch⸗
wuͤrdiger Herr meinen Augen vorgeleget. Sie ſind von
den Kaiſern Nero, Vitellius, Veſpaſianus, Titus,
Domitianus, Trajanus, Hadrianus, Antoninus
Pius, WM. Aurelius, Luc. Verus, Severus und
Commodus. Es mag hier von einem ungefehren und
ploͤzlichen Zufall und Begebenheit auch durch die erregte weib⸗
liche Einbildungskraft unterloffen ſeyn, was da wolle; ſo
zeigen doch dieſe Muͤnzen und gewiß dasjenige Alter an, in
welchem die Roͤmer ſich dieſer Gegenden bemeiſtert hatten.

aar ⸗—ʒ—ʒ ʒ
Augſpurg.

ugſpurg ruͤhmet ſich des Octavius Auguſtus, als
ihres Stifters, welcher eine Pflanzſtadt von Soldaten
daſelbſt angeleget, und einige meynen, dieſe Stadt habe
Tacitus ?) die praͤchtigſte Pflanzſtadt von Rhaͤtien genen⸗
net. Dieſe Meynung aber kommt mit derer ihrer nicht
uͤberein, welche glauben, dieſes Rhaͤtien ſeye erſt im vier⸗
ten oder fuͤnften Jahrhundert alſo genennet worden. Heu⸗
tiges Tages wird Augſpurg mit Recht unter die ſchoͤnſten
Staͤdte gezaͤhlet. Wir kamen am dritten des Heumonats
eben recht dahin. Es war gerade das Vorfeſt des h. Ulrichs,
dieſes heiligen Biſchofs zu Augſpurg, und Beſchuͤtzers der
Stadt und des ganzen Kirchen⸗Sprengels, beſonders aber
des Benedictiner Kloſters, welches von ihm auch nachge⸗
hends den Namen bekommen, naͤmlich zum h. Ulrich und
der h. Afra, weilen er daſelbſt bey der heiligen Maͤrtyrin
Afra begraben worden. Den Zulauf der Glaubigen zu
ihrem Grab hat ſchon Fortunatus *) angeruͤhmet:

Pergis

*) Von den Sitten der Deutſchen C. 41.
*) Im 4. Buch von dem Leben des h. Martinus.


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